Seit Mittwoch vergangener Woche ist der bekannte Vorarlberger „Fernsehkaplan“ August Paterno mit dem öffentlichen Vorwurf konfrontiert, er habe Jugendliche und Erwachsene sexuell bedrängt bzw. missbraucht. Paterno erklärte, dass er sich keiner Schuld bewusst sei. Möglicherweise zielten die Vorwürfe auf einen Vorfall vor über 20 Jahren ab, als er im Rahmen einer Exkursion mit einem Schüler in einem Doppelbett übernachten musste. Nach zwei Tagen habe ihm der Schüler mitgeteilt, dass er nicht mehr bei ihm im Zimmer bleiben wolle. Die Gründe dafür habe er nicht erfahren, sagt Paterno. Bischof Klaus Küng hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe innerkirchliche Voruntersuchungen eingeleitet. Der Vorwurf des Obmanns des Vereins „Omnibus“, Michael Chmela, Bischof Küng wisse bereits seit 1998 von der Angelegenheit und habe nichts zur Aufklärung unternommen, wurde vom Vorarlberger Bischof zurückgewiesen. Chmela habe ihn damals zwar informiert, dass es gegen Paterno gewisse Vorwürfe gebe, er war aber nicht bereit, ihm oder der diözesanen Ombudsstelle gegen sexuellen Missbrauch Namen von Opfern oder Zeugen zu nennen. Eine Untersuchung war daher nicht möglich und Paterno selber habe die Vorwürfe als „Verleumdung“ zurückgewiesen. Erst vor kurzem hat Chmela dem Pastoralamtsleiter und Mitglied der Ombudsstelle, Benno Elbs, erstmals die Namen eines Betroffenen und von zwei Zeugen genannt. Mit diesen wurde daraufhin umgehend Kontakt aufgenommen. Nach Erscheinen der Medienberichte haben sich bei der Ombudsstelle der Diözese noch weitere Personen gemeldet, die angeben, von Paterno sexuell bedrängt worden zu sein. Benno Elbs betonte, dass die seit zehn Jahren bestehende Ombudsstelle „selbstverständlich jedem Vorwurf und Verdacht unabhängig vom Stand und der Person des Beschuldigten nachgeht. Unser oberstes Anliegen sind der Schutz der Opfer und Maßnahmen, die dem Missbrauch vorbeugen.“
In acht österreichischen Diözesen gibt es Ombudsstellen, an die sich Betroffene – Opfer, Zeugen oder Beschuldigte – von sexuellem Missbrauch in der Kirche wenden können. Ansprechperson für die Diözese Innsbruck ist Mag. Hans Tauscher, Tel. 0676/87 30-2120.