Die Sendung „Offen gesagt“ am Sonntag in ORF 2 hatte wieder einmal „Kirche und Sexualität“ zum Thema. Man wollte die „Causa Krenn“ am Köcheln halten, weil aber zur Zeit die Suppe so dünn ist, hat man zu einem Thema gegriffen, das immer zieht.
Die bunt zusammengewürfelte Gesprächsrunde machte dann vollends deutlich, dass die Sendung eine Verlegenheitslösung des ORF war. Und das Pünktchen am „I“ waren die Auslassungen des Volksanwaltes und FPÖ Politikers Ewald Stadler. In wüster Weise beschimpfte er Bischof Aichern und forderte ihn zum Rückritt auf. Der Grund sei eine Visitation des Priesterseminars gewesen, dessen Ergebnis sich Kardinal Schönborn vor Erschütterung nicht anhören hätte können. Eigenartig ist nur, dass die einzige Visiation, die an – allen – östereichischen Priesterseminaren durchgeführt wurde, 1996 damals noch Weihbischof Schönborn selbst vorgenommen hat. Wie soll das nach Stadler gewesen sein: Kardinal Schönborn musste ein Selbstgespräch abbrechen?– Stadlers Auslassungen sind nichts als Lügen. Oder Hirngespinste. Nicht mehr zu sehen war, ob vielleicht der Psychotherapeut dieser Diskussionsrunde Stadler nach der Sendung ein Betreuungsgespräch angeboten hat.