Das SOMA-Team, vorne in der Mitte Alex König, lädt am 1. Oktober zum Jubiläumsfest in der Lustenauerstraße 28, Beginn 14 Uhr.
Der Solidaritätspreisträger der Kirchenzeitung 2004, der erste Sozialmarkt – SOMA, feiert sein fünfjähriges Bestehen. Er hat Standorte in Linz, Wels, Steyr und Salzburg und findet Nachahmung auch anderswo.
Vor fünf Jahren haben Menschen, die aus ihrem Beruf in der Lebensmittelproduktion oder im Handel um die Entsorgungsfülle der Überflussgesellschaft wissen, den Verein SOMA gegründet. Sein Ziel ist, den Überfluss zu Gunsten bedürftiger Menschen umzulenken, wie Obmann Mag. Gerhard Steiner erklärt.
Nicht mehr verkaufbar
Brot, das bis zum Abend nicht verkauft wurde, muss von den Geschäften entsorgt werden. Kunden wollen nur frisches Brot. Der Osterhase aus Schokolade ist out. Konserven mit Dellen oder Ware mit überschrittenem Ablaufdatum, auch wenn die Qualität noch super ist, sind nicht an die Kunden zu bringen. Sie werden entsorgt. „Das soll nicht so sein!“ Mit dieser Einstellung wurde der Verein gegründet, der mittlerweile für mehr als 3.000 Menschen zum Nutzen geworden ist. Mit eigenem Kleinlaster werden von Geschäften solche „Entsorgungs“-Waren geholt. Manche Firmen stellen auch selber zu. Und das alles gratis! Ein großes Lager im Hafen kann viele Waren aufnehmen. Für Firmen ist das Bereitstellen von Produkten für SOMA statt zu entsorgen oft ein Problem, denn die Entsorgungs-Schiene ist viel besser eingefahren.
Marktgeschehen
In Linz ist der SOMA-Laden in der Lustenauerstraße 28, unweit vom Südbahnhofmarkt. Andrang ist da wie dort. Vor dem SOMA-Markt stehen Menschen Schlange, um frisches Gemüse, Brot, Mineralwasser und andere Güter des täglichen Bedarfs günstig zu kaufen. Auch im nahen Südbahnhofmarkt ist der Andrang stark. Auswahl wird dort groß geschrieben. Die Auswahl, wer kaufen darf, wird dagegen im SOMA-Markt groß geschrieben: Nur gegen Vorlage eines Ausweises, der geringes Einkommen bestätigt (siehe ZUR SACHE unten) werden Waren abgegeben. Marktleiter Alex König bietet an, was gerade vorrätig ist, etwa 50 Artikel, täglich aber Brot und Gemüse.
Ein warmes Mittagessen
SOMA beschäftigt auch Sozialhilfearbeiter des Magistrats Linz – eine Chance für Menschen, die aus dem Arbeitsprozess gedrängt wurden. Vis-a-vis des SOMA-Marktes betreibt der Verein das SOMA-Café, den von der Caritas übernommenen „Kleinen Mittagstisch“. Durchschnittlich 50, an Wochenenden bis zu 100 Personen und noch mehr erhalten hier 365-mal im Jahr ein warmes Mittagessen um 40 Cent. Man bleibt auch, um zu spielen, sich auszurasten oder seine Sorgen zu erzählen ...
Mitarbeiten
Die 66-jährige Maria Rohrmoser nutzt das Angebot des SOMA-Marktes und hilft oft ehrenamtlich – „weil es Spaß macht“ – im SOMA-Café. Der 40-jährige Herbert Gratzl, Sozialhilfearbeiter, hat seit April 2002 eine Teilzeitanstellung als Lagerarbeiter und Regalbetreuer. Die Arbeit „taugt“ ihm. Und einkaufen kann er hier auch. Vielleicht Lasagne um 20 Cent, Römerquelle um 20 Cent oder Nudelsauce (Hinweis: maximal 2 Stück!) um 30 Cent ...
ZUR SACHE
wer ein Einkommen nachweist, das (derzeit) 653 Euro bzw. 1.015 Euro (Familie ohne Kind) nicht übersteigt (pro Kind 70 Euro mehr). Mit Ausweis kann man dreimal in der Woche einkaufen, pro Einkauf maximal um 8 Euro, die Stückzahl pro Ware ist oft begrenzt. SOMA-Café: Kein Ausweis.
Ehrenamtliche MithelferInnen werden dringend gesucht. Öffnungszeiten: Geschäft: Mo. bis Fr., 10 bis 14 Uhr, Sa., 9 bis 12 Uhr; Cafe: Mo., bis So.: 11.30 bis 14 Uhr. Info: Tel. 0732/79 28 36.