Es ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte von Grein: Um das Jahr 1600 wurde beim gotischen Hauptportal der Kirche ein Mensch ermordet und in Folge der Tat der Eingang vermauert. Vierhundert Jahre lang blieb das Tor verschlossen. Seit 24. September 2004 ist es wieder geöffnet – in einer besonderen Weise: Das Portal ist der einzige barrierefreie Eingang einer Kirche in Oberösterreich, dessen Türen sich mit einem Taster automatisch öffnen lassen. Rollstuhlbenützer können nun selbständig die Kirche betreten. Darüber sind vor allem viele der dreißig Männer und Frauen froh, die in den Häusern der Lebenshilfe Grein wohnen. „Wir waren schon bisher gut in der Pfarrgemeinde verankert, aber jetzt ist ein besonderer Schritt der Integration passiert”, freut sich Lebenshilfe-Wohnheimleiter Lothar Pühringer, der das Projekt von Anfang an auch selbst unterstützt hat. Das neue Tor kommt aber nicht nur den Rollstuhlfahrern zugute, sondern auch Müttern mit Kinderwägen und gehbehinderten, alten Menschen.
Innerhalb von drei Wochen Bauzeit wurde das Projekt verwirklicht, erzählt Pfr. Msgr. Berthold Müller: „Und es war aufwändiger, als man vermuten würde.” Schließlich ist es doch gelungen die Technik und die Anforderungen des Denkmalschutzes unter einen Hut zu bringen.