Eine Gefahr unserer Zeit: Toleranz droht in Gleichgültigkeit zu enden
Zum „Sozialtag“ lädt alljährlich die Hypo OÖ. ihre Kunden aus dem sozialen und kirchlichen Bereich. Eines der Themen, die zur Sprache kamen, war die Integration.
Die Asylfrage ist nach dem positiven Ausgang eines Asylverfahrens eine Integrationsaufgabe. Noch aber wird um Zahlen gestritten. Sind es um 886 Plätze zu wenig, die Oberösterreich bisher bereitstellt? Oder sind es maximal 300 zu wenig, wie Landesrat Ackerl sagt. Ist das Innenministerium nicht in der Lage, den Ländern Klartext zu sagen, wieviele Quartiere gebraucht werden, oder ist Oberösterreich stark säumig, die Quote zu erfüllen?
Über die Asylrechtsnovelle 2003 sprach der Linzer Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Fromherz. Er kritisierte die Gefahr der Kettenabschiebungen, weil einige neue EU-Staaten nicht als sichere Drittstaaten eingestuft werden können. „Das Hin-und-Her-Schieben“ trage zudem dazu bei, Menschen weiter zu verunsichern.
Dr. Josef Fragner, Direktor der Pädak des Bundes in Linz, warf einen Blick auf die Integration behinderter Menschen. Er plädierte für eine Gleichwertigkeit in Gespräch und Umgang der behinderten Menschen und fragte kritisch an, ob dies zum Beispiel in der Vertretung ihrer Interessen durchschlage. Andererseits sieht Fragner die Gefahr, dass Toleranz in Gleichgültigkeit endet, „denn ich muss mich nicht verantwortlich für den anderen fühlen.“