Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung in Bratislava
Ausgabe: 2004/42, Fassaden, Bratislava, Satellitensiedlung, EU
13.10.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Ein wunderschön restauriertes Stadtzentrum. So erlebten es die 46 Teilnehmer/innen einer Reise der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung nach Bratislava. Doch die meisten der 440.000 Menschen wohnen in Plattenbauten und Satellitensiedlungen am Stadtrand. Mitgebracht hat die oberösterreichische Delegation das „Sozialwort“ der christlichen Kirchen Österreichs, das sie im Namen von Bischof Aichern Weihbischof Stanislov Zvolensky und Gener–alvikar Jan Orosch von Trnava (Tyrnau) überreichte. Ein Dokument mit Brisanz. Zvolensky meinte, die Frage des arbeitsfreien Sonntags sei nur durch die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg durchsetzbar. Bis zum Jahre 1990 gab es in der Slowakei den „freien Sonntag“. Erst als ausländische Firmen, vor allem österreichische, Niederlassungen eröffneten, ist die sogar unterm Kommunismus respektierte Sonntagsruhe gefallen. In diesen ausländischen Betrieben ist die Errichtung einer Arbeitnehmervertretung untersagt. Die Arbeitnehmer und die Politiker akzeptieren die schlechten Bedingungen, weil man immer wieder droht, mit den Betrieben noch weiter in den Osten zu gehen. Mit dem Beitritt zur EU sind überall die Preise gestiegen, die Löhne hinken aber weit nach. Seit über 60 Jahren gibt es in der Slowakei die Vereinigung der Christlichen Arbeiter und Angestellten, die im Laufe der wechselvollen Geschichte des Landes immer wieder einmal verboten war. Erst 1997 kam es zu einer Erneuerung und Wiederbelebung dieser Bewegung.