Um die Rolle der Frauen in Europa ging es beim Diözesantag der Katholischen Frauenbewegung am 9. Oktober in der Welser Stadthalle.
„Eine Pfarrgemeinde ohne die starke Substanz der Frauen, die sich engagieren, das könnte ich mir nicht vorstellen.“ Mit diesen Worten begrüßte Generalvikar Maximilian Mittendorfer die rund 500 Delegierten der Katholischen Frauenbewegung in OÖ am Samstag in der Stadthalle Wels. Auch in kirchlichen Führungspositionen wären Frauen unentbehrlich, und da gebe es noch Nachholbedarf, meinte Mittendorfere. „Stark und unentbehrlich“ stand als Leitmotiv über dem Diözesantag. Der Jahresthematik entsprechend ging es vor allem um die Rolle der Frauen in Europa. Als Referentin hatte die Frauenbewegung daher die Abgeordnete zum Europaparlament Ursula Stenzel eingeladen. Im Blick auf die derzeitige Diskussion um den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union warnte Stenzel davor „Stammtische zu bedienen“. Dazu sei die Frage zu ernst. Statt dessen sollte man einen zivilisierten Dialog in dieser Frage suchen. Bei der Verteilung von Macht und europäischen Ämtern plädierte Stenzel für eine Politik der Gleichgewichte zwischen den einzelnen Ländern. „Ich bin keine absolute Quotenbefürworterin“, meinte sie allerdings, was die Einbeziehung von Frauen in die Politik betrifft. „Qualität geht vor Quote“ meinte sie in ihrer stark parteipolitisch akzentuierten Rede. Zum Gelingen des Diözesan–tages trugen wesentlich zwei Künstlerinnen bei: Karen Schlimp und Irene Kepl spielten Musik aus verschiedenen europäischen Regionen. Der Chor aus Geiersberg begleitete musikalisch durch den Gottesdienst. Die Präsidentin der Kath. Aktion in Oberösterreich, Margit Hauft, drückte ihre Freude darüber aus, dass neben einer Frau als Friedensnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis erhalten hat. „Manchmal tut es ganz schön weh, was sie sagt.“ Die literarische Freiheit hätte eben oft eine größere Härte, als man im kirchlichen Bereich gewohnt ist, meinte Hauft.