„Für unsere Gemeinschaft war es eine Zeit der Begegnungen“, resümiert Herr Werner Thanecker, Wirtschaftsleiter des Stiftes Reichersberg, die zu Ende gehende Landesausstellung 2004.
„Wenn man über den Stiftshof gegangen ist, sind immer wieder Besucher auf uns zugekommen, um mit uns zu sprechen“, erzählt Herr Werner Thanecker. Der Grundtenor der Aussagen war stets: Es ist schön bei Ihnen im Kloster. Die brennenden Opferlichter in der Stiftskirche zeigen, dass auch viele Ausstellungsgäste in das barocke Gotteshaus gegangen sind, um Stille zu halten oder um zu beten. Als geistlichen Impuls hat Herr Werner ein Meditationsbuch über Engel veröffentlicht. Die Fotos des Bändchens sind Aufnahmen seines Mitbruders Johannes Putzinger. In der den Engeln geweihten Stiftskirche musste er nicht lange nach Motiven suchen. Mehr als 250.000 Menschen haben die auf vier Orte aufgeteilte Landesausstellung 2004 „grenzenlos – Leben am Inn“ besucht. In einem durchschnittlichen Jahr nehmen rund 18.000 Personen an Stiftsführungen teil, etwa 15.000 kommen zu Sonderausstellungen in die barocke Klosteranlage und darüber hinaus mehrere zehntausend Gäste, die an keiner Führung teilnehmen. Propst Eberhard Vollnhofer, der selbst regelmäßig Stiftsführungen hält, freut sich, dass er dabei mit Menschen in Kontakt kommt, die der Kirche fern stehen: Vor allem Gäste aus dem benachbarten bayerischen Bäderdreieck, die vielfach in Norddeutschland beheimatet sind, haben manchmal recht skurrile Vorstellungen vom Klosterleben.Herr Werner hofft, dass die Besucher/innen Platz in Erinnerung halten, der der Seele gut tut. Und auch wieder einmal einkehren: in die Kirche und – da hat der Wirtschaftsleiter auch nichts dagegen – in das Stiftsrestaurant. Im kommenden Jahr wird das Stift jedenfalls mit einer neuen Dauerausstellung auf sich aufmerksam machen. Ein Kunstfreund stellt seine private Schwanthaler Sammlung dem Stift zu Verfügung. Dort werden dann mehr als hundert bisher nur selten gezeigte Werke zu sehen sein.