Der Rohstoff Holz ist eines unserer großen regionalen Produkte, wurde beim Hypo-Infotag für Kirchenleute betont.
Holz. – Wir müssen ein öffentliches Bewusstsein für den Schatz entwickeln, auf dem wir sitzen... Kirche soll zu guter Stimmung für den Holzeinsatz auch im privaten Bau beitragen... Es gibt eine unglaubliche Abhängigkeit der Wirtschaft vom Öl... – Kernsätze der Veranstaltung „Holz, Wirtschafts- und Umweltfaktor“ der Hypo Oberösterreich im „ChristophorusHaus“, dem „höchst aktiven Passivhaus“ der MIVA in Stadl-Paura am 13. Oktober 2004.
Holz als Energie-Lieferant
Die Biomasse in Oberösterreich kann sich sehen lassen: Dreizehn Prozent des Gesamtenergiebedarfs werden durch Biomasse gedeckt, etwa gleich viel wie durch Wasserkraft. Es gibt 15.100 Biomasseheizanlagen, 200 Nahwärmeanlagen und in mehr als 100 Gemeinden werden öffentliche Gebäude mit Biomasse geheizt! Das Rieder Unternehmen Fischer deckt den gesamten Energiebedarf für Wärme und Kühlung aus Biomasse. Das Energieholzpotenzial ist groß, eine Verdoppelung der bisherigen Menge ist möglich, es wächst viel mehr Holz zu, als genutzt wird... Diese Fakten präsentierte der Geschäftsführer des Energiesparverbands Dipl. Ing. Dr. Gerhard Dell. „Die politische Herausforderung wird das Zusammenspiel von Umweltschutz und Wirtschaft sein, meinte Landesrat Rudolf Anschober. Er trat für eine wahre Kostenzuordnung bei nicht erneuerbaren Energieträgern ein, die auch Umweltschäden berücksichtigt.
Ethik als Thema
Man müsse fragen, ob Ethik in der Kostenrechnung seinen Platz hat. Nachhaltig Handelnde machen nicht mit bei der Plünderung unseres Planeten. Umweltschützer werden von der Wirtschaft nicht mehr als Bedrohung erlebt. Auch irrwitzige Entwicklungen, etwa dass der Granit für unsere Gehsteigkanten aus China kommt, weil der Transport fast nichts kostet, lassen eine spannende Allianz von Umweltschutz und Wirtschaft erwarten.
Engagement bestätigt
Pfarrer Mag. Karl Gruber aus Molln, einer der Teilnehmer am Infotag, nennt den Infotag ein Ereignis wie Erntedank: Die Pioniere der Nachhaltigkeit sind von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bestätigt. So brachte es Dipl. Ing. Franz Himmelstoss, Forstdirektor Anton Dreher’s vom Forstamt in Weyer, auf den Punkt: Es geht um Krieg um Öl oder Friede durch die Sonne. Pfarrer Gruber sieht auch die Pfarre Molln bestätigt. Sie hat vor etwa zehn Jahren die problembeladene Suche im Ort nach einem Standort für die Hackschnitzelanlage beendet, indem sie den Pfarrstadl zur Verfügung stellte.Landesrat Anschober sagte eine verstärkte Landes-Offensive für Ökoenergie zu, auch wenn die Budgetsituation schwieriger wird.
OÖ-Programm
Ein Gutachten der Uni Linz errechnet ein zusätzliches Brutto-Inlandsprodukt von 38,5 Millionen Euro als Folge des Ökostromprogramms des Landes OÖ (gesamt 683 neue Anlagen in den Jahren 2003 und 2004) sowie 467 Arbeitsplätze pro Jahr.