Bedarfsorientierte Grundsicherung wird in einer Uni-Studie als eines der Konzepte der Armutsbekämpfung vorgeschlagen.
„Österreich verfügt im europäischen Vergleich über ein durchaus gefestigtes und ausgebautes Sozialsystem.“ Dennoch – das System hat Lücken. Zu diesem Schluss kommt der nun vorgelegte „Armutsbericht Oberösterreich 2003“. Studierende am Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Universität Linz haben ihn im Sommersemester 2003 erarbeitet. Ihr Bericht verwendet die Armutsdefinition der Europäischen Union: Verarmt sind jene, die über so geringe Mittel verfügen, dass sie von der als Minimum annehmbaren Lebensweise des Staates, in dem sie leben, ausgeschlossen sind. Von österreichischen Zahlen abgeleitet, heißt das für Oberösterreich, dass etwa 152.000 Menschen armutsgefährdet sind. Je niedriger der Ausbildungsgrad, desto eher droht Armut; Frauen sind eher betroffen als Männer. Zu den Risikogruppen zählen auch Langzeitarbeitslose, Alleinerzieher/innen, kinderreiche Familien, Haushalte mit erwerbseingeschränkten behinderten Personen, allein lebende ältere Menschen und Haushalte mit Personen, die aus anderen Ländern zugewandert sind.
Der 44-seitige Armutsbericht kann zum Preis von E 5,– beim Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik erworben werden (Irene Auinger, Tel. 0732/ 24 68-71 61; irene.auinger@jku.at).