Für mehrere evangelische Pfarrgemeinden gibt es runde Jubiläen zu feiern. Das Reformationsfest am 31. Oktober, 17 Uhr in den Redoutensälen in Linz steht ganz im Zeichen dieser Jubiläen. Vor 160 Jahren wurde die Pfarrgemeinde Linz-Innere Stadt mit der Martin-Luther-Kirche von Thening aus in die Selbstständigkeit entlassen. Sie wurde zur Mutterpfarre für Linz-Urfahr und für Linz-Süd. Diese beiden Gemeinden feiern das 50-Jahr-Jubiläum. Linz-Südwest (1978), Linz-Leonding (1980) und Linz-Dornach (1991) kamen seither hinzu. Die Gründung der evangelischen Pfarrgemeinde Linz-Innere Stadt fällt so in die zeitliche Nähe des Dombaues in Linz. Dass die Kirche nicht direkt an der Landstraße liegt, hat den Grund im Tolereanzpatent Kaiser Joseph II., der den Evangelischen den Kirchenbau zwar erlaubte, aber nur unter Einhaltung bestimmter Bedingungen. So durften sie nicht direkt an der Straße bauen. Am 20. Oktober 1844 wurde das evangelische Bethaus in der heutigen Konrad-Vogelstraße eingeweiht. Die Straße hat ihren Namen von der „Johann Conrad Vogel’s Waisenstiftung“, die sich um die ärmere evangelische Bevölkerung angenommen hatte. 1959 waren auch das Pfarrhaus und die evangelische Schule fertig. Während der ersten Renovierung konnte die evangelische Gemeinde bei den katholischen Kreuzschwestern Gottesdienste feiern. Ein Zeichen, dass die Ökumene in Linz von Anfang an auf gutem Boden stand.
So manches Detail aus der Geschichte zeigt, dass die Erfahrungen evangelischer und katholischer Pfarren einander ähnelten. Als 1931 die bis dahin übliche Vermietung der Kirchensitze abgeschafft wurde, weil viele Sitze der Wohlhabenden vorne frei blieben, während die Armen hinten stehen mussten, hatte das wütende Proteste zur Folge.1997 wurde die jüngste Renovierung der Kirche abgeschlossen.