Zunächst die schlechte Nachricht: 182 Gemeinden haben kein Postamt mehr, 176 sind ohne Tankstelle. In 105 Gemeinden gibt es keinen Arzt, in 82 keinen Veranstaltungssaal. 65 Gemeinden haben kein Lebensmittelgeschäft, 24 kein öffentliches Verkehrsmittel, vier kein Gasthaus.
Nun die gute: Unterstützt von der Gemeinde und der Raiffeisengruppe entstand in Rottenbach im Bezirk Grieskirchen ein Nahversorgerbetrieb neuen Zuschnitts. Neben dem klassischen, wenn auch reduzierten Angebot an Lebensmitteln (2000 Artikel, fast zu 100 % abgepackt, Großhandel Pfeiffer) setzen die Betreiber des am 30. Oktober eröffneten Betriebs auf die SB-Tankstelle, die rund um die Uhr geöffnet hat. Kleingewerbetreibende und Bauern können Markttage halten. Der Betrieb ist Postpartner, Lotto/Toto-Stelle, Trafik und Annahmestelle für Reinigungsaufträge. Er bietet Fotoentwicklung, Copyservice sowie Internetzugang und verkauft Telefonwertkarten. Das Geschäft ist täglich 13 Stunden geöffnet, auch an Sonn- und Feiertagen. Dass das ein weiterer Schritt sei, die Sonntagsruhe aufzuweichen, meinen Raiffeisen-Generaldirektor Dr. Ludwig Scharinger und der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Pfeiffergruppe, Mag. Georg Pfeiffer, nicht.
Wenn eine Gemeinde aktiv wird und es einen örtlichen Konsens mit Gewerbetreibenden und Bauern gebe, werde die Raiffeisen Landesbank gerne weitere „Land lebt auf“-Nahversorger bauen, sagt Scharinger.