Auf die besondere Gefahr, dass Frauen in die Armut schlittern, macht die Caritas österreichweit anlässlich der Elisabethsammlung aufmerksam. Über 35.000 Frauen leben in Oberösterreich in Armut, 90.000 Frauen sind armutsgefährdet.
Die tradtitionelle Elisabethsammlung wird in den Pfarren am Sonntag, 14. November, durchgeführt.
Frauen haben ein höheres Risiko, arm zu werden. Daher stellt die Caritas in den Mittelpunkt der Elisabethsammlung die Frauenarmut.
In Oberösterreich, so Caritasdirektor Mathias Mühlberger, sind 60.500 Männer und 91.500 Frauen armutsgefährdet. 35.200 Frauen leben in akuter Armut. Erwerbsunterbrechungen wegen Kinderbetreuung oder Pflegearbeit führen zu wertreduzierten Beitragsjahren in der Sozialversicherung. Auf Grund familiärer Sorgepflichten können Frauen oft nur schlecht bezahlte Arbeit aufnehmen, was ebenso die Pensionshöhe senkt. Daher sind Frauen gerade im Alter von Armut bedroht. Prekär ist oft auch die Situation von Alleinerzieherinnen.
Wohnungslosigkeit ist gerade von Frauen ein schamhaft verschwiegenes Problem. Sie versuchen, so lange wie möglich ohne institutionelle Hilfe auszukommen. Scham und Angst, tatsächlich auf der Straße zu landen, sind groß. Denn die betroffenen Frauen würden die Kinder verlieren, außerdem sind die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe von Männern dominiert. Frauen auf der Straße sind verstärkt Gewalt ausgeliefert. Viele Frauen versuchen daher, bei Bekannten unterzukommen, gehen „Zweckpartnerschaften“ ein. Diese münden vielfach in sexueller und psychischer Gewalt, in Alkohol- und Drogenmissbrauch. In Oberösterreich gibt es bislang keine Einrichtung mit einem speziellen Betreuungsangebot für Frauen in psychischer Not.
Die Caritas sagt, es braucht mehr betreute Wohnplätze, spezielle Angebote für Frauen mit psychischer Erkrankung und mehr geförderten sozialen Wohnbau, um mehr leistbaren Wohnraum zu schaffen für Frauen.