Ob Feng-Shui-Begräbnis oder Versenkung der Urne im Meer – ausgefallene Begräbnisriten bleiben die Ausnahme. Wenn es um den Tod geht, vertrauen die Menschen der Kirche.
„In der Unsicherheit, die ein Todesfall in einer Familie auslöst, sind die allermeisten Menschen froh, dass sie auf die Begräbnisrituale der Kirche zurückgreifen können“, erklärt Dr. Martin Füreder, Pfarrer in Linz Christkönig. Die Auferstehungsbotschaft der Kirche und die Einstellungen der Hinterbliebenen klaffen zwar oft weit auseinander, so die Erfahrung Füreders: „Doch als Priester biete ich meinen Dienst an, nicht belehrend, sondern behutsam und verständnisvoll.“ Der Bestattungsunternehmer Mag. Dr. Franz Dobretsberger bestätigt die Erfahrung von Pfarrer Füreder: „Wir sind bereit alle Kundenwünsche im Rahmen des Gesetzes zu erfüllen, aber bis auf Ausnahmen entscheiden sich die Angehörigen für traditionelle Formen.“ Dazu gehört ein Erdbegräbnis oder die Kremation und ein Platz am Friedhof, der ein Ort für das Gedenken bleibt. Die Feuerbestattungen nehmen aber deutlich zu, so Dobretsberger. In Linz werden mehr als die Hälfte der Verstorbenen eingeäschert. Ganz selten – ein- bis zweimal jährlich – organisiert Dobretsberger Seebegräbnisse, bei denen die Urne im Meer versenkt wird. Anfragen nach einer Feng-Shui-Bestattung, nach der der Tote in einer bestimmten Himmelsrichtung beerdigt wird, hatte er noch nie. In der Schweiz werden aus der Asche von Verstorbenen Diamanten gepresst, um so die Liebsten ständig bei sich zu haben. Auch diese Form wurde in Linz noch nie nachgefragt.