Landes OÖ erhöht 2005 wiederum Budget für Entwicklungshilfe
Ausgabe: 2004/46, Entwicklungshilfe, Land, UNO, Stockinger, Zeiner, Bayer, Hunger, Not
11.11.2004
- Josef Wallner
Die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren: Dieses ehrgeizige Ziel hat sich die UNO vor vier Jahren gesetzt. Die bisherigen Erfolge sind mager.
Mehr als 840 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. Hunger tötet mehr Menschen als Kriege, Naturkatastrophen, Aids, Malaria und Tbc zusammen. In Oberösterreich ist der Bereich der Entwicklungshilfe nicht ohne Hintergedanken im Agrarressort angesiedelt, erklärte Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger bei der Entwicklungshilfe-Enquete des Landes Oberösterreich und der Diözese Linz: „Die Landwirtschaft ist der Schlüsselfaktor zur Bekämpfung des Hungers.“
In Österreich liegt die Zuständigkeit für die Entwicklungszusammenarbeit zwar beim Bund, das Land Oberösterreich ist aber seit vier Jahrzehnten in diesem Bereich engagiert. Nachdem das Land für das Jahr 2004 800.000 Euro für Projekte in der „Dritten Welt“ aufwendete, wird es diesen Betrag 2005 auf eine Million Euro erhöhen. „Wir gedenken im kommenden Jahr des Kriegsendes 1945. Ohne die heute legendären Care–Pakete wären viele Menschen in unserem Land verhungert“, erinnert Stockinger an die weltweite Hilfe für Österreich: „Wir wollen bei den Jubiläumsfeiern nicht nur große Worte machen, sondern auch dorthin etwas geben, wo heute Hunger herrscht.“
Dr. Kurt Bayer, Exekutivdirektor der Weltbank, referierte über die Aufgaben seines Instituts. Die Weltbank gilt als das größte Institut der Entwicklungszusammenarbeit. Sie gibt jährlich mehr als 20 Milliarden Euro in Form von Krediten und Unterstützungen. Die Weltbank wird vielfach kritisiert, weil sie Kredite an Länder mit der Verpflichtung von Privatisierungen z. B. der Wasser- und Stromversorgung verknüpft. Diese Maßnahmen führten gerade oft die Ärmsten in noch größere Not. Die Strukturanpassungs-Programme gebe es nicht mehr, betonte Bayer: „Sie wurden als Fehler erkannt.“ Die Weltbank weiß sich den Millenniums-Zielen der UNO verpflichtet, wozu auch der Kampf gegen den Hunger gehört. Wie erste Kontrollen zeigen, sei der Erfolg seit dem Start des Programms im Jahr 2000 noch äußerst gering, so Bayer.