Der „39. Psychiatrische Samstag“ befasste sich mit dem Thema Gewalt
Ausgabe: 2004/47, Gewalt, Wagner Jauregg, Haller, Psychiatrischer Samstag, Uni Linz, Uni
16.11.2004
- pro mente/Eg
550 Teilnehmer/innen zählt der 39. „Psychiatrische Samstag“ am 13. November auf der Uni Linz. Pro mente Oberösterreich hatte dazu eingeladen.
„Aggression“ ist eine Realität, schon Kinder und Jugendliche erfahren dies. Frauen, aber auch Männer, sind sexueller Gewalt ausgesetzt. Die Frage beschäftigt Menschen, wie gefährlich Straftäter sind. Expertinnen und Experten versuchten bei der Veranstaltung Antworten zu geben.
Neben medizinischem und psychosozialem Fachpersonal besuchten auch viele Laien die Veranstaltung. „Wir sind täglich von Gewalt umgeben,“ nennt Univ.-Doz. Prim. Dr. Werner Schöny, Obmann von pro mente OÖ. und Direktor der OÖ. Landes-Nervenklink Wagner Jauregg, den Grund für die Auseinandersetzung mit dem Thema Aggression beim Psychiatrischen Samstag. „Gewalt wird häufig erst als solche wahrgenommen, wenn sie eskaliert,“ stellt Mag. Margret Aull, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie, als erste Referentin fest.
Es gehe darum, sich einzumischen und Gewalt bereits in ihren Anfängen wahrzunehmen, vor allem wenn davon Kinder und Jugendliche betroffen sind.
Sind Kinder sexuellen Übergriffen ausgesetzt, reagieren Buben mit Aggression, Mädchen mit Rückzug oder Autoaggression,“ sagt Margret Aull.
Univ.-Doz. Dr. Reinhard Haller aus Frastanz stellte die Frage, ob der psychisch Kranke gefährlich sei? Für Menschen, die an Schizophrenie leiden, bestünde ein geringfügig erhöhtes Gewaltrisiko, während Menschen mit Depressionen und Angststörungen davon nicht betroffen seien. Von psychisch Kranken gehe etwa dieselbe Gefahr aus wie von einem 20jährigen Mann, der mit Partnerschaftsprobleme konfrontiert sei und gerade ein Bier getrunken habe, sagte Haller.