Ausgabe: 2004/47, Lichtgestalten, Auswiesen, Linz-Auwiesen, Kunst, Kirchenraum, Ott
16.11.2004
Zeitgenössische Kunst im Kirchenraum bietet die Ausstellung „Lichtgestalten“ in der ehemaligen Tuchfabrik, Pfarre Linz-Auswiesen. Textile Kunst hat in der Kirche eine lange Tradition. Man denke nur an liturgische Gewänder, Fastentücher und Wandteppiche. Unter dem Titel „Kunst in der Tuchfabrik“ schlägt die Pfarre Linz-Auwiesen eine Brücke in die Gegenwart. Den Anfang setzt die Salzburger Textilkünstlerin Rosemaria Ott mit ihren „Lichtgestalten“, Objekten aus durchscheinendem Stoff in die sie – in einer ihr eigenen Technik – Naturmaterialien, Textilien und Gold einarbeitet. Künstlerische Gestaltung und Natur verbinden sich in ihren auf Lichteinfall angelegten Werken in spannender Weise. Neben dem Textilen besteht ein weiterer Anknüpfungspunkt der Pfarre – mit der bezeichnenden Aufschrift „Himmelreich & Zwicker“ an ihrem Gebäude – zum Werk der Künstlerin. Das Blatt des Ginkobaumes, ein Motiv, das Ott auf Grund der charakteristischen Form und Struktur beschäftigt, ist zugleich auch „Symbol“ der Pfarrgemeinde. Pfarrer Christian Öhler sieht in der „unaufdringlichen Präsenz“ der Arbeiten eine „Anregung, genauer hinzuschauen und aufmerksamer hinzuhören“. Kunst im Kirchenraum – ein Angebot, den Blick zu schärfen, Sehgewohnheiten zu überdenken und durch „Anregung“, so der pastorale Leitgedanke von Pfarrer Öhler „der lähmenden Gewöhnung – auch in der Beziehung zu Gott – zu entrinnen“.
M. Gelsinger
Zu sehen sind die Lichtgestalten noch bis Donnerstag, 2. Dezember: Mittwoch bis Samstag 15 bis 21 Uhr, Pfarre Linz-Marcel Callo, Schörgenhubstr. 39, Linz.