Der bekannte Jesuit und Sozialethiker Friedhelm Hengsbach wird am 3. Dezember 2004 in Linz über Verteilungsgerechtigkeit referieren.
„Wer hat, dem wird gegeben. Verteilung in der Schieflage“ – Zu diesem Thema gibt es am 3. Dezember an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) einen Studientag (9 bis 17 Uhr). Dazu laden die Arbeiterkammer, das Bildungshaus Betriebsseminar, die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung, die KTU, der ÖGB OÖ und Welthaus Linz ein.Friedhelm Hengsbach, Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik in Frankfurt am Main, meint/fragt: „Größere Ungleichheiten sind gerecht!?“ Hengsbach sagt, Argumente für ungleiche Verteilung klängen plausibel, seien jedoch an mehreren Stellen brüchig. Wenn etwa behauptet wird, Menschen sind nun einmal verschieden, hätten unterschiedliche Talente, seien zu unterschiedlichen Anstrengungen bereit, müssten auch unterschiedlich entlohnt werden ... Hengsbach resümiert: „Seit Jahrzehnten ist eine tendenzielle Verarmung staatlicher Haushalte und eine Bereicherung privater Haushalte festzustellen, ohne dass die Wachstumsschwäche überwunden würde. Die Gewinnquote erreicht ihren höchsten, die Lohnquote ihren tiefsten Stand, ohne dass reale Investitionsschübe beobachtet würden ... Die Tarifmacht der Sozialpartner schwindet, während die Konzernchefs an den Gewerkschaften vorbei verlängerte Arbeitszeiten erpressen. So klingt die Vermutung plausibel, dass eine eher ausgewogene Einkommens- und Vermögensverteilung höhere Wachstumsraten und ein höhe-res Beschäftigungsniveau verspricht.“