„Das Beichtsakrament wird immer weniger von den Menschen in Anspruch genommen“, sagt Pfarrer H. Mag. Reinhard Bell aus Linz-Ebelsberg. „Mein Wunsch war es daher, eine Bußfeier zu gestalten, die in die Nähe einer sakramentalen Beichte kommt“, sagt Bell. In seiner Pfarre wird traditionell die Bußfeier im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes gefeiert. Am Gaudete-Sonntag gestaltete Bell gemeinsam mit der Kath. Männerbewegung, die gleichzeitig die Aktion „Sei so frei“ vorstellte, die Bußfeier innerhalb des Sonntagsgottesdienstes. In der Lesung aus Jes (35,1–6.10) ist die Rede von der Wüste und dem trockenen Land. Das brachte die Ebelsberger auf eine Idee: Jeder Gottesdienstbesucher entnahm aus einer Schale Sand, wurde aufgefordert, das, was in seinem Leben „versandet“ ist, was schuldhaft und verfehlt war, gedanklich dort hineinzulegen, zum Beichtstuhl zu treten und diese Schuld gemeinsam mit dem Sand dort abzuladen. Anschließemd wurde jeder Einzelne von Pfarrer Bell gesegnet. „Ich habe natürlich nicht die Lossprechungsformel dafür verwendet, es war ja keine eigentliche Beichte“, sagt Reinhard Bell, „aber der Beichtstuhl und die mit ihm verbundene Freude, dass Gott unsere Schuld wegnimmt (Gaudete!), rückten vielleicht in dieser meditativen Feier wieder ins Bewusstsein derer, die seit langem wieder einen Beichtstuhl von innen gesehen haben.“