Der neu gestaltete Altarraum in Weyer. Im kleinen Bild ein Blatt des Abriebs vom Rotkalk (Originalgröße A4).
Über „Nachhaltig leben“ ist im Pfarrblatt regelmäßig zu lesen. Mit den heimischen Materialien, die für den neuen Altarraum in der Pfarrkirche verwendet wurden, zeigt die Pfarre, dass sie ihre Anregungen auch selbst ernst nimmt.
„Sogar die Einheimischen waren erstaunt, dass es diese beeindruckenden Materialien bei uns gibt“, erzählt Pfarrassistent Mag. Konrad Rumetshofer. Die Basis für Ambo, Altar, Bänke, Leuchter und Vasen sind Rotkalk-Blöcke vom nahen Ennsberg. Die Steine werden von Netzen weißer Kalzitadern durchzogen. Alois Lindenbauer, der aus Weyer stammende Künstler der Umgestaltung, deutet das „bewegte“ Material: „Weit weg vom Ewigkeitsanspruch wirken die Steine dadurch verletzlich und die Spuren von fossilen Einschlüssen zeugen von einer Lebendigkeit.“
Die Altarplatte ist aus Vogelaugen-Ahorn, einem seltenen, aber dafür um so wertvolleren Baum.
Die Formen der sakralen Objekte gehen von übereinander gelegten Blättern aus. Durch die Reduktion dieser Linien kommt der Künstler zu Ausschnitten von Kreisen, die jedes einzelne seiner von ihm gestalteten Stücke prägen. „Die gewölbten Formen sind so angelegt, dass sie Offenheit und Tragfähigkeit zum Ausdruck bringen“, meint Lindenbauer: „Die Teile der einzelnen Kreise sollen sich in einem größeren Zusammenhang wieder schließen.“
Der Bau der Kirche in ihrer heutigen Gestalt erfolgte über Jahrhunderte. Die Renovierung der Kirche war die erste, seit das Gotteshaus durch Umbauten Mitte des 19. Jahrhunderts seine heutige Form erhalten hat. So war die Neuordnung von dem Bemühen getragen, den einzelnen liturgischen Orten wieder deutlich erkennbare Funktionen zuzuweisen. Besonders zu erwähnen ist der Marienaltar, der nach dem Türkensturm neu geweiht wurde. Das Gnadenbild „Maria Trost“ entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte. Die Pfarrkirche von Weyer ist dem heiligen Johannes Evangelist geweiht.
Als Bausteinaktion für die Finanzierung der Umgestaltung hat der Künstler Blätter geschaffen, die die Struktur des Steins wiedergeben und Kreissegmente zeigen.
Die „Abriebe“ des Kalksteins sind zum Preis von Euro 50,- im Pfarramt Weyer zu beziehen: Oberer Kirchenweg 1, 3335 Weyer, Tel. 07355/62 74 , E-Mail: pfarre.weyer@dioezese-linz.at