Sternsinger aus Oberösterreich helfen in den Slums
Ausgabe: 2004/53, Kirche in OÖ, Mukuru-Slum, Slum, Kinder, Hl. Drei Könige, DKA, Dreikönigsaktion, Malzer, Kenia, Afrika, Sturm, Caritas, Volkshilfe, Sternsinger, Spenden, Hilfe
28.12.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
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Das Jahr 2004 geht mit einer schlimmen Katastrophe zu Ende: In Südostasien hat ein Seebeben und die anschließende Springflut mehr als 24.000 Todesopfer gefordert. Die internationale Hilfe ist sofort angelaufen. Auch die großen österreichischen Organisationen wie Caritas, Volkshilfe, Rotes Kreuz und viele andere beteiligen sich am Hilfsprogramm. Noch am 28. Dezember ist Caritas-Mitarbeiterin Monika Kalcsics ins indische Katastrophengebiet Tamil Nadu geflogen. Sie wird dort das Einsatzteam der Caritas Indien unterstützen.„Es geht jetzt zunächst einmal darum, die Betroffenen mit Essen, sauberem Wasser, Medikamenten, Decken und einem Dach über dem Kopf zu versorgen. Alles Weitere wird sich zeigen“, sagt Kalcsics. Sie war auch bei der Unwetterkatastrophe in der Karibik im Mai 2004 für die Caritas im Einsatz.
Oberösterreichs „Dreikönige“ singen für Kinder in den Slums von Kenia. Die Katholische Jungschar hat mit ihrer Dreikönigsaktion auch sofort auf die Flutkatastrophe in Südostasien reagiert. So kommt ein Teil des Geldes, das die Sternsinger/innen sammeln, den Flutopfern auf Sri Lanka zu Gute.
Hilfe am Fußballplatz
Oberösterreichs Hl. Drei Könige singen für Kinder in den Slums von Kenia
Bretterbuden, Gewalt, Dreck und keine Aussicht auf Änderung: So leben 600.000 Menschen am Stadtrand von Nairobi. Oberösterreichs Sternsinger helfen heuer Kindern aus dem Mukuru-Slum.
MUSA prangt als Aufschrift auf einer windschiefen Wellblechhütte inmitten von Mukuru, einem riesigen Slumgebiet von Nairobi. Die Abkürzung bedeutet Sportclub von Mukuru und beschreibt auch die Grundlage der Arbeit des Vereins. Eine Gruppe junger Menschen lädt die Kinder von Mukuru zum Fußballspielen ein. Und sie kommen in Scharen.
An die 400 Kinder und Jugendliche haben bei MUSA eine Heimat gefunden. Der Sport steht natürlich im Mittelpunkt, aber nicht nur. Rund um das kleine Zentrum ohne Wasser und Strom entwickeln sich vielfältige Aktivitäten. Musik zum Beispiel. Die beiden Freunde Mtapa und Evadilge haben im Clubhaus ihre musikalische Begabung entdeckt. Das Ergebnis ist eine eigene CD mit selbst komponierten Liedern. „Das ist das Faszinierende an MUSA: dass man die Ergebnisse der Arbeit so augenscheinlich sieht“, erzählt Luggi Frauenberger. Der oberösterreichische Experte für Entwicklungszusammenarbeit hat für die Dreikönigsaktion im Februar 2003 bereits Mukuru besucht und war kürzlich wieder dort, um die weitere Unterstützung abzuklären: „Die Forschritte sind unglaublich.“ Die beiden jungen Musiker kennt er seit seinem ersten Kontakt mit MUSA. Auf der Homepage der Dreikönigsaktion (www.jungschar.at) sind die sozialkritischen Lieder der beiden Slum-Künstler zu hören.
Der Ball schafft Freiheit
Auch das fußballerische Niveau der erst zwei Jahre alten Organisation hat sich deutlich verbessert, stellt Frauenberger zufrieden fest. Manchem Talent wird vermutlich das runde Leder die Türen aus dem Slum öffnen.In Afrika gibt es kaum ein Hilfsprojekt, das nicht mit Aids zu tun hätte. So hat MUSA zwei Sozialarbeiter, die HIV-Positive und Aidskranke Menschen in ihren Hütten aufsuchen und an Gesundheitszentren weitervermitteln. „Obwohl allein in Kenia hunderttausende vom HI-Virus betroffen sind, gilt die Krankheit als tabu“, weiß Frauenberger.
Hilfe aus Oberösterreich
Aids wird häufig als Strafe für eine Schuld gesehen, die der Infizierte oder seine Familie auf sich geladen hat. Darum werden die Kranken auch versteckt. Frauenberger: „Viele sind bereits lange vor dem physischen Tod den sozialen Tod gestorben.“Mit den Spenden aus Oberösterreich finanziert die Dreikönigsaktion die Arbeit von MUSA und den Bau eines kleinen Gebäudes. Dort sollen Buben, die nicht nach Hause zurückkönnen, vorübergehend eine Bleibe finden. So sind sie vor der Gewalt in ihren Familien geschützt.
Das Leben im Mukuru-Slum ist trostlos. Die von der Dreikönigsaktion unterstützte Organisation MUSA hilft Kindern bei ihrem Kampf um das Überleben.
Josef Wallner
ZUR SACHE
Einsatz in den Ferien
Rund 20.000 Mädchen und Buben sind oberösterreichweit in den Weihnachtsferien als Dreikönige unterwegs. Im Vorjahr „ersangen“ sie 2,2 Millionen Euro. Damit hatte Oberösterreich das höchste Spendenaufkommen unter allen österreichischen Diözesen. Nach Jahren der kontinuierlichen Steigerungen ist Christoph Malzer, der Sternsinger-Verantwortliche für Oberösterreich, auch heuer zuversichtlich, das Traumergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen. Es geht aber nicht nur um das Geld. Die Dreikönige tragen die Weihnachtsbotschaft direkt zu den Menschen. Das macht die Sternsingeraktion zu etwas ganz Besonderem: Kinder verkündigen den Menschen die Geburt Christi. Für viele Fernstehende ist der Sternsingerbesuch das einzige Mal im Jahr, wo sie vom Evangelium hören, wo sie mit der Kirche in direkten Kontakt kommen.
Drei Könige hoch zu Ross
„Stilgerecht“ sind die Sternsinger in der Pfarre Wartberg an der Krems unterwegs: Bereits das vierte Mal wird bei der kommenden Dreikönigsaktion eine Gruppe der Katholischen Jungschar von Haus zu Haus reiten. Die sattelfesten Könige und Königinnen sind die Gruppenleiter/innen Daniela Stockinger, Elisabeth Kemetmüller, Johannes Kriechbaumer und Peter Blaimschein.