Jeder zweite Lehrabsolvent wechselt den Beruf: Die Arbeiterkammer fordert eine breitere Grundausbildung. – Die Zahl der Lehrlinge stieg 2004 um 1,5 Prozent: Das ist die Botschaft der Wirtschaftskammer.
„Dass man gerade in Oberösterreich nichts unversucht lässt, den jungen Leuten eine gediegene Ausbildung zu ermöglichen und zu sichern, liest der Präsident der oö. Wirtschaftskammer, Dr. Rudolf Trauner, aus der aktuellen Lehrlingsstatistik heraus. Ende Dezember 2004 standen etwa 26.320 junge Leute in einem Lehrausbildungs-Verhältnis, um 1,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Etwa 9.200 oberösterreichische Betriebe bilden Lehrlinge aus. Dr. Trauner. „Die Lehrbetriebe sind sich dessen bewusst, dass qualifizierte Leute die beste Investition in die Zukunft sind.“ Etwa 550 Jugendliche suchten im Dezember 2004 eine Lehrstelle. Die Initiative „Jugend.Wirtschaft.Zukunft“ von Wirtschaftskammer und Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl sollen Unternehmen Anreize geben, noch mehr junge Menschen auszubilden – etwa 300 Zusatz-Lehrstellen sollen mit dieser Förderaktion bis 31. März 2005 geschaffen werden.Die Arbeiterkammer sieht allerdings weiteren Handlungsbedarf. Eine Untersuchung ergab, dass binnen weniger Jahre nach Lehrabschluss jeder zweite Absolvent den Beruf wechselt oder beabsichtigt, es zu tun. 17 Prozent haben einen berufichen Abstieg hinnehmen müssen. Ein Viertel sind „Aussteiger mit Karriere“. Der Präsident der AK OÖ, Dr. Johann Kalliauer, regt an, die berufliche Erstausbildung in Zukunft weniger betriebsnahe zu gestalten, sondern mehr in die Grundlagenvertiefung und in die Breite zu gehen.