8.028 Katholiken haben im letzten Jahr der Kirche den Rücken gekehrt. „8.000 Austritte. Das ist etwas, was weh tut und zu denken gibt“. So kommentierte Bischofsvikar Wilhelm Vieböck die nun vorliegenden Kirchenaustrittszahlen 2004 in einem Pressegespräch am 17. Jänner. Im letzten Jahr haben 8.028 Personen ihre Mitgliedschaft in der katholischen Kirche Oberösterreichs „gekündigt“. Das sind um 2058 mehr als im Jahr zuvor. Dieser Zahl stehen 673 Eintritte gegenüber. Weil auch Katholiken zugewandert sind, hat sich die Katholikenzahl im letzten Jahr jedoch „nur“ um 3.496 verringert, nämlich auf 1.067.298 Personen.Wie der Leiter des Kommunikationsbüros Mag. Ferdinand Kaineder erläuterte, bemüht sich die Diözese Linz, vor allem den Kontakt mit den Mitgliedern zu fördern. Junge Menschen werden mehrmals kontaktiert, ehe sie die erste Kirchenbeitragsvorschreibung erhalten. Bischofsvikar Vieböck hofft, dass sich die Situation im nächsten Jahr beruhigen wird, weil der Anlassfall – die Vorfälle in St. Pölten – nicht mehr gegeben ist. Insgesamt wird eine breite Zustimmung in der Bevölkerung zur Arbeit in den Pfarren registiert. „Je näher Menschen zur Kirche stehen, desto mehr erkennen sie auch ihren Wert, während Fernstehende Kirche eher mit ihren Normen verbinden“, meint Kaineder. Geschätzt werden auch die sozialen Leistungen der Kirche. Pfarrer Mag. Manfred Wageneder von Linz-St.Theresia unterstreicht die Bedeutung eines möglichst breiten Seelsorge-Angebotes in den Pfarren, damit Menschen Kirche positiv erleben können. „Ein Kirchenaustritt ist uns nie egal“, meinte er. Deshalb nimmt seine Pfarre Kontakt mit den Ausgetretenen auf, um zumindest nach den Gründen zu fragen.