Während Pater Josef in Linz studiert, zerstörte die Flut sein Heimatdorf
Ausgabe: 2005/03, Flutopfer, Hilfe, Reveendran, Josef, Pater Josef, Flut, Welle, Asien
21.01.2005
- Herbert Schicho
Seit zwei Monaten studiert Pater Josef Raveendran in Linz. Sein Heimatdorf an der Südspitze Indiens wurde durch die Flut vernichtet.
Pater Josef war zwei Tage ruhelos. Die Flut zerstörte sein Heimatdorf. „Zwei Tage lang wusste ich nicht, wie es meiner Familie geht.“ P. Josef rief Mitbrüder in Indien an, damit diese nachschauen können. Gott sei Dank – seine Familie hat überlebt, steht aber, wie fast alle in dieser Region, vor dem Nichts. Das Dorf lebt vom Fischfang. Nicht nur die Häuser sind unbewohnbar, auch die Boote und Netze sind nicht mehr zu gebrauchen. „Wenn ich anrufe, weint meine Mutter“, so P. Josef. Noch sind die Häuser verlassen, die Menschen wohnen in Notunterkünften und werden von Hilfsorganisationen ernährt.
Hilfe durch Glauben
100.000 Euro kostete die Kirche, aufgebracht durch Spenden aus dem Ort. Jetzt ist sie zerstört. In der Region sind die meisten Menschen katholisch. P. Josef versucht zu trösten und zu beten. Die Karmeliten in Linz entschlossen sich die Heimatgemeinde ihres Mitbruders zu unterstützen. Die Kollekte des ganzen Jänners wird für den Wiederaufbau bereitgestellt. Auch Dr. Amal Raj, Pfarrer in Alberndorf, kommt aus dieser Region.
Oberösterreich ge-denkt der Opfer
Die christlichen Kirchen, die Notfallseelsorge und das Land Oberösterreich laden zu einem ökumenischen Gottesdienst in die evangelische Martin-Luther-Kirche ein. Er steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer der Flut.