Heuer im Sommer feiert die „Soziale Initiative“ das zehnjährige Jubiläum. Zehn Jahre im Sozialbereich, das ist bemerkenswert. Noch bemerkenswerter ist: Die „Soziale Initiative“ ist ein Privatunternehmen!
„Die Idee war, Sozialarbeit in Eigenverantwortung durchzuführen“, sagt die Gesellschafterin Mag. Ernestine Badegruber, die sich mit einem anderen Gesellschafter – Mag. Alois Pölzl, die Geschäftsführung teilt. Das Unternehmen ist ein Partner der Jugendwohlfahrt. Es begleitet Jugendliche, die in Probleme geraten sind: Weil sie keinen Job, Ärger mit den Eltern, Schwierigkeiten in der Schule haben. Es unterstützt außerdem Mädchen, die sich mit einer Schwangerschaft nicht hinaussehen. Wenn die Jugendlichen intensivere Betreuung brauchen, als die Jugendwohlfahrt geben kann, wendet diese sich z. B. an die „Soziale Initiative“. Für diese sei es mitunter leichter als für öffentliche Einrichtungen, einen Zugang zu den Jugendlichen zu finden. Außerdem können private Unternehmen flexibler agieren, nennt Frau Badegruber Vorteile dieser Arbeitsteilung. Das Unternehmen hat klein begonnen. Am Anfang wurden drei Jugendliche betreut. Nun sind es in ganz Oberösterreich 200 Jugendliche, die von etwa 50 Betreuerinnen und Betreuern aufgrund einer Beauftragung durch die Jugendwohlfahrt ambulant unterstützt werden. In den stationären Einrichtungen werden weitere 20 Jugendliche betreut (sozialpädagogische Wohngemeinschaft für Mädchen und junge Mütter sowie Notschlafstelle „UFO“ in Linz und „Pargfrieder Hof“ in Bad Zell mit betreutem Wohnen und Krisenbetreuung).Jugendliche brauchen Hilfe, wenn das Regelnetz (Eltern, Schul) nicht mehr ausreicht, betont die Sozialarbeiterin Ilse Derflinger. Es gibt erschütternde Lebensverläufe von Jugendlichen. Ihnen fehlt die Erfahrung der elterlichen Nähe. Bewährt haben sich „Tandembetreuungen“ – dabei nimmt sich jeweils ein Teammitglied um den Jugendlichen an, ein anderes um dessen Bezugspersonen – Eltern/Mutter/Großmutter.