Die Kultur des Helfens ist stärker, als viele behaupten, meinte Landeshauptmann Josef Pühringer bei Gedenkgottesdienst für Flutopfer.
„Bewahre uns Gott, behüte uns Gott!“ Im Schlusslied beim ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Linz wurde am 20. Jänner noch einmal das Anliegen deutlich. Die christlichen Kirchen Oberösterreichs gedachten zusammen mit dem Land Oberösterreich den Opfern der Flut. Der Gottesdienst war aber auch als Dankgottesdienst für die Geretteten gestaltet. „Die Flutkatastrophe vom 28. Dezember 2004 hat vielen den Blick dafür geöffnet, dass Hilfeleistung und Mitgefühl Not tun“, meinte Pastorin Esther Handschin in ihrer Predigt. „Die Flut hat keinen Unterschied gemacht zwischen Schulen und Krankenhäusern, Bordellen und Spielhöllen.“ Damit die Hoffnung nicht verloren geht, gelte es nun an den Aufbau heranzugehen. „Das Ereignis hat die Brüchigkeit unserer Existenz vor Augen geführt“, meinte Superintendent . Hansjörg Eichmeyer. Bischof Maximilian Aichern meinte, mit einer „Globalisierung der Herzen“ könne vieles gelingen. Landeshauptmann Josef Pühringer brachte das Mitgefühl des Landes auch mit den betroffenen Familien Vermisster aus Oberösterreich zum Ausdruck. Er freue sich, „dass in unserer Gesellschaft die Kultur des Helfens mehr verbreitet ist, als Pessimisten sagen“. Der Gedenkgottesdienst wurde als offizieller ökumenischer Gottesdienst in der Weltgebetswoche um die Einheit der Christen gefeiert. Menschen zu helfen - darin wären sich die Kirchen einig, wurde betont. Die Kollekte wurde daher für Fluthilfe, aber auch für andere soziale Anliegen verwendet.