In der Faschingszeit nimmt die Zahl der Ordensfrauen sprunghaft zu. Fast kein Gschnas ohne eine Gruppe von „Schwestern“. Die Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel in Linz kann dem wenig abgewinnen. Sr. Michaela Pfeiffer: „Unser Ordenskleid ist kein Kostüm, sondern Zeichen unserer Weihe und Hingabe an Gott.“ Kleid und Schleier sind für die Generaloberin nicht beliebig, sondern untrennbar mit ihrer Lebensform verknüpft. Daher empfindet sie eine Zweck-Entfremdung als nicht passend. „Ich unterstelle niemanden, der sich als Klosterschwester verkleidet, dass er den Ordensstand beleidigen will. Es mag faszinierend sein, für einige Stunden in die Rolle einer Ordensschwester zu schlüpfen. In einer Zeit aber, in der das Ordenskleid schon längst nicht mehr für alle verständlich ist, ist es besonders wichtig, behutsam damit umzugehen.“ Sr. Michaela: „Das heißt natürlich nicht, dass wir in unserer Gemeinschaft nicht Fasching feiern.“ Die Marienschwestern in Linz gestalten in ihrer Gemeinschaft jährlich einen Faschingsnachmittag, zu dem auch die Mitarbeiterinnen des Hauses eingeladen sind. Humorvolle Spiele, Lieder und Tänze stehen dabei auf dem Programm und über den Schleier trägt manche Schwester auch eine Faschingsmütze.
Auch andere Gruppen wie zum Beispiel Sinti und Roma haben sich ebenfalls kritisch über Verkleidungen im Fasching geäußert.