Um die Quellen der Spiritualität ging es beim 6. Linzer Religionsgespräch. Ein Dialog zwischen Judentum, Christentum, Buddhismus und Islam.
Im Judentum, erzählt Dipl.-Päd. Ruth Winkler, ist unglaublich viel zu tun und immer wieder zu lernen. Es gibt, sagt sie, praktisch keinen Haushalt ohne eine Grundausstattung von Büchern. Sie erzählte beim 6. Linzer Religionsgespräch am 26. Jänner über die spirituellen Quellen der Ersten der Ein-Gott-Religionen. Wenn Juden ihre Handlungen und Gebete vollziehen, sei das etwas Spirituelles. Es ginge nicht um einen Automatismus. Die „offene Weite wieder zu erreichen“, darauf käme es dem Buddhismus an, meinte der Linzer Dr. Peter Seyfried. Der Buddhismus bedeute ein Einüben in das Vergessen des Ich, den nichts, was man hat, gehört einem wirklich.Der Koran ist unsere erste Quelle, betonte DI Tarafa Baghasjati für den Islam. Sich in der Nähe Gottes zu wissen, sei der Kern muslimischer Spiritualität. Töten Unschuldiger sei im Islam verboten, meinte Baghasjati in der Diskussion. Verteidigung allerdings sei erlaubt. Das Morden im Irak könne sich nicht auf den Islam berufen. Für das Christentum unterstrich Dr. Ursula Baatz Kerninhalte der Bergpredigt. Das Reich Gottes brachte sie in Verbindung mit den Gleichnissen von Salz und Sauerteig. Christliche Spiritualität gründe in der Person Jesu. Christen sehen ihr Schicksal nicht in irgendwelchen Mächten besiegelt, sondern es liegt in ihrer Freiheit, Jesus zu folgen. Wichtig sei im Christentum auch die „Option für die Armen“.