Die Verantwortung der jungen Schülerinnen und Schüler: Sie sind die letzte Generation die Überlebende des Holocaust kennen lernen kann.
Die 4. Klassen der Hauptschule Linz-Kleinmünchen sind gespannt. Geschichte hautnah erzählt: Ceija Stojka wurde am 23. Mai 1933 in Kraubath in der Obersteiermark als Kind von fahrenden Rom-Lovara aus dem Burgenland geboren. In der Zeit von 1943 bis 1945 war Stojka in den Konzentrationslagern Auschwitz, Ravensbrück und Bergen - Belsen interniert, überlebte und sitzt da. „Ob sie jetzt noch davon träume?“ „Jede Nacht.“ Wie ihre Geschwister an Typhus erkrankten, das Stück Brot und die Steckrübensuppe zu essen und der Steinbruch. „Einmal im Monat mussten wir entlausen kommen. Da stand ein Kübel mit einer sehr scharfen Flüssigkeit, mir fielen die Fingernägel ab.“
Nummer Z 6399
Ceija Stojka krempelt die Ärmel hoch und zeigt die Tätowierung auf ihrem Unterarm „Z 6399“. Z für Zigeuner. In Auschwitz hat sie die Nummer eingebrannt bekommen. „Warum sie die Tätowierung nicht entfernen ließ?“ „Sie gehört zu mir.“ Die Befreiung 1945 glaubte sie anfangs nicht. „Ich dachte, es sei nur ein Trick der braunen Gesellschaft.“ Diese Schülerinnen und Schüler sind die letzte Generation, die mit Zeitzeugen Kontakt haben kann. Es wird ihre Aufgabe sein, die dramatischen Geschichten weiterzugeben, damit sie sich nicht wiederholten. Das betonen auch die Organisatoren: Für Friedensinitiative, Kulturamt der Stadt Linz und Land der Menschen OÖ gilt es, bei den Schülern eine Sensibilität zu erwecken – für Menschlichkeit und gegen Rassissmus. „Wie können Sie darüber überhaupt sprechen?“ „Weil ihr da seid, ihr Jungen. Ich rede für die, die nicht mehr reden können.“