Seit sechs Jahren befindet sich im Kirchturm der Pfarrkirche Engelhartszell ein Handymast. Jetzt versucht die Pfarre, aus dem Vertrag mit der Betreiberfirma auszusteigen.
Umweltschutzaktivist Thomas Neff ist glücklich über das Abstimmungsergebnis der Pfarrgemeinderäte von Engelhartszell: „Die Arbeit der letzten sechs Jahre hat sich gelohnt. Ich möchte die Pfarre für ihren klugen Weg loben!“ Mit großer Mehrheit hat sich der PGR im Februar dafür ausgesprochen, den Sendemast aus dem Kirchturm entfernen zu lassen. Seit 1999, als der Sender montiert wurde, ist Neff gemeinsam mit Brigitte Hackner in einer Interessensgemeinschaft aktiv, die die Bevölkerung über die Risiken einer solchen Anlage in der Kirche informiert. „Der Sender strahlt in drei Himmelsrichtungen ab. Die Anrainer sind der Strahlung voll ausgesetzt”, sagt Neff. Hinzu komme, dass sich durch die Eigenwärme der Anlage die Temperatur im Kirchengewölbe verändert, was laut Neff Auswirkungen auf die Beschaffenheit des Holzes zur Folge haben könnte. Obwohl es dazu kein offizielles Gutachten gibt, scheint man in Engelhartszell von den Nachteilen des Handymasts überzeugt. „Es hat schon einen Unfrieden gegeben, manche Leute sind aus Protest nicht mehr in die Kirche gegangen“, erzählt Neff.
Konstruktiver Dialog
Einen Konflikt habe es aber nicht gegeben, der Dialog zwischen den Anrainern, dem PGR und der Interessensgemeinschaft sei immer konstruktiv gewesen. Vermutlich auch deshalb, weil einige der Betroffenen dem Handymast gelassen gegenüber stehen. Wie etwa der Gemeindebedienstete Reinhard Huber, der 50 Meter von der Kirche entfernt wohnt: „Mich stört der Sender nicht, aber wenn er wegkommt, habe ich auch nichts dagegen.“ Beteiligt an der jetzigen Entwicklung ist der neue Pfarradministrator von Engelhartszell, Franz Fuchs, der seit Herbst 2004 im Amt ist. Fuchs: „1999 sind Renovierungsarbeiten angestanden, da war der Sender finanziell interessant.“ Jetzt stehe die Pfarre nicht mehr auf das Geld an.
Ob der Mast tatsächlich entfernt wird, ist noch offen. Das hängt davon ab, ob die Betreiberfirma mitspielt. Denn: Der Vertrag wurde auf 20 Jahre abgeschlossen. „Der PGR wird Maßnahmen setzen, um aus dem Vertrag auszusteigen“, sagt Fuchs. Klappt dies, kann die Anlage im Sommer aus dem Kirchturm entfernt werden. Thomas Neff: „Es gibt einen Mast auf der anderen Seite der Donau. Da soll er hin.“