Auch wenn das Wetter nicht einladend ist, wie letzten Sonntag in Ottensheim – der Kirchgang gehört für viele einfach zum Sonntag.
Rückgang beim Kirchenbesuch? In der Karwoche ist das nicht der Fall. Nach wie vor wollen Menschen in großer Zahl mit und in der Kirche Ostern erleben.
Für die Seelsorger beginnt Ostern ja schon viel früher. Schulgottesdienste, Bußfeiern, Beichte. Dechant Alois Maier spricht da nicht von der Belastung, die die Vorbereitung auf Ostern für ihn als Pfarrer von Pöndorf bedeutet. „Es ist eine Freude für mich, wenn etwa Kinder bei der Beichte ihr Herz öffnen und ihr Vertrauen auf Christus setzen.“ Erwachsene tun sich da schon schwerer. In der Osterzeit und in der Karwoche erlebt Pfarrer Maier die Pfarre als zusammengehörige Gemeinschaft besonders intensiv. Wie in vielen anderen Pfarren ist in Pöndorf der Palmsonntag jener Tag, an dem am meisten Menschen zu einem Gottesdienst in die Kirche kommen. Eigentlich erleben sie ein „Kontrastprogramm“ im Glauben. Der feierliche Einzug mit den Palmbuschen, in dem der Jubel um Jesus zum Ausdruck kommt. Und dann – im selben Gottesdienst – die Leidensgeschichte Jesu. Ein Drama das Glaubens, das auch mit dem eigenen Leben zu tun hat.
Firmlinge bringen das Licht zu den Gräbern
Da ist bestimmt viel an Brauchtum da, das Menschen in die Kirche führt, besonders die Familien mit Kindern. Zu Ostern wird jedoch auch echte Auferstehungsfreude spürbar in der Pfarre. Von den Pöndorfer Firmlingen wird diese Freude hinausgetragen zu den Gräbern, wenn sie nach der Auferstehungsfeier das Licht von der Osterkerze auf den Friedhof bringen. Die Angehörigen haben dort schon Kerzen an den Gräbern vorbereitet. Ein dichtes Symbol, denn es wurde da der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert. Rudolf Jachs ist Pfarrer in Wolfern und in Maria Laah. Hier ist der Ostersonntag der Tag, an dem am meisten Menschen in die Kirche kommen. Mehr als sonst im Jahr sind zu Ostern auch die Jugendlichen in der Kirche. Für viele „gehört es sich einfach so“, deutet Jachs die Motivation nüchtern. Am Gründonnerstag und Karfreitag ist die Teilnahme in den letzten Jahren jedoch rückläufig. Der Gründonnerstag-Gottesdienst ist in seiner Pfarre der schwächst besuchte in der Karwoche. Pfarrer Jachs selbst berührt die Feier der Osternacht am tiefsten. Für Maria Laah gibt es eine Aushilfe, sodass auch dort die Osternacht-Feier möglich ist. Die Donaustadt Eferding war schon vor drei Jahrzehnten für die „Bußfeiern“ bekannt. Bis heute nehmen die Leute dieses Angebot am Vorabend zum Palmsonntag gerne an. Pfarrer Erich Weichselbaumer – auch Dechant für Eferding - meint, als Seelsorger könne man sich nur freuen, wenn die Menschen zu Ostern an der Liturgie der Kirche teilnehmen – auch über jene, die eben nur zu den „heiligen Zeiten“ in die Kirche kommen. Wenn sie am wichtigsten Fest der Kirche teilnehmen, spricht das doch auch von einer Treue zur Kirche, die sie auf Grund einer veränderten Gesellschaft sonst nicht mehr so regelmäßig zum Ausdruck bringen.
Gottesdienste mit besonders dichter Atmosphäre
Besonders dicht erlebt Pfarrer Weichselbaumer die Feier des Gründonnerstags. Da sind die Menschen da, die besonders intensiv an der Osterliturgie teilnehmen möchten – Menschen mit einem tiefen Gespür für die liturgischen Symbole. Die Kommunion empfangen an diesem Tag die Menschen im Brot und Wein, als Leib und Blut Christi. Auch die Kreuzverehrung am Karfeitag vollziehen Menschen mit tiefer Andacht. Sie haben schon ein Gespür dafür, worum es geht, meint Weichselbaumer. In einem Land-Dekanat wie Eferding fahren die Leute in der Karwoche kaum weg in den Urlaub. Das Problem manch größerer Stadtpfarre, dass es Schwierigkeiten beim Ministrantenplan gibt, hat man am Land nicht. In seinem Bischofsbrief zur Fastenzeit hat Bischof Maximilian Aichern mit einem Wort des heiligen Augustinus deutlich gemacht, dass Ostern zu feiern sich nicht nur auf die Liturgie bezieht:
„Wir sind zwar noch nicht beim Herrn angelangt, aber wir haben den Nächsten bei uns. Trage den, mit dem du gehst, um zu dem zu gelangen, bei dem du ewig bleiben möchtest.“