Bischof Maximilian Aichern bei der Vollversammlung des Priesterrates.
Dem Hunger nach Spiritualität sollte man mit qualitätvoller Nahrung statt mit religiösem Fastfood begegnen.
Um dem spirituellen Hunger unserer Zeit zu entsprechen, braucht es mehr liturgische Bildung. Dies betonte Dr. Christoph Freilinger von der theologischen Privatuniversität Linz am 7. April bei der Vollversammlung des Priesterrates der Diözese Linz. Die reiche Symbolik des liturgischen Feierns könne nur zum Tagen kommen, wenn sie auch gekonnt in der Liturgie gestaltet werde. Vom Kirchenschmuck bis zur Frage, wie es in der Sakristei vor Beginn eines Gottesdienstes „zugeht“ gelte es dabei vieles zu überlegen und zu gestalten. Die Beteiligten bräuchten die entsprechende Zeit der Vorbereitung, um die Vorgänge zu verinnerlichen. Wenn man ihnen im letzten Augenblick etwa Lesungstexte in die Hand drückt, könnten sich diese die Texte nicht mehr wirklich „aneignen“ – und es leidet die Qualität des Feierns. Mitwirkende sollten in die Vorbereitung noch besser eingebunden werden. Die Botschaft käme dann überzeugender bei den Mitfeiernden an. Andacht ist eine Grundhaltung, die im Feiern Ausdruck sucht, meint Freilinger. Er plädierte auch dafür, der Liturgie die Zeit zu schenken, die sie braucht. Gutes Feiern darf gelegentlich auch länger dauern. mf