Öffentliche Aktion, um die Politik der „Milleniumsziele“ zu unterstützen
Ausgabe: 2005/21, Armut, politik, Milleniumsziele, Bahnhof, Kinder
24.05.2005
- Ernst Gansinger
Millenium Development Goals (MDG) – Milleniums Entwicklungsziele – nennt sich der politische Wille, einen weltweiten Skandal zu verkleinern: Viele sind arm, wenige sehr reich.
Für die Milleniumsziele machte sich eine Aktion am 20. Mai beim Bahnhof Linz stark (siehe Foto oben): Es muss die Gleichgültigkeit gegen die Armut weltweit ernsthaft bekämpft werden, hörbar und öffentlich. Gegen Armut müssen die reichen Länder aktiv werden! Unter denen, die ihre Stimme erhoben, waren u. a. Leute von der Straßenzeitung „Kupfermuck’n“, Caritas-Rektor Prälat Josef Mayr, Caritas-Geschäftsführer Gerhard Reischl.Armut bedeutet, dass 800 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung leiden. Das Mileniumsziel bis 2015 (MDG) ist die Zahl zu halbieren. Armut bedeutet, dass 115 Millionen Kinder nicht lesen und schreiben können. Dass jedes zehnte Kind vor seinem fünften Geburtstag an den Folgen von Hunger und Krankheit stirbt. Armut bedeutet, dass pro Minute weltweit vier Menschen an Krankheiten sterben, die durch schmutziges Wasser verursacht sind. Dass 500.000 Frauen durch Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt sterben. Armut bedeutet, dass eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Dass 924 Millionen Menschen in Slums wohnen. Dass die reichsten zwanzig Prozent 87 Prozent aller Autos der Erde besitzen. Armut bedeutet, dass etwa 40 Millionen Menschen, unter ihnen mehr als zwei Millionen Kinder, an HIV/AIDS infiziert sind ... Alle 191 Mitgliedsstaaten der vereinten Nationen haben sich im Jahr 2000 zu einem Programm verpflichtet, dessen Ziel die Halbierung der extremen Armut bis zum Jahr 2015 ist. Der oberösterreichische Landtag hat sich zu diesen Milleniumszielen klar bekannt (siehe auch unseren Artikel über die Erhöhung der Landes-Entwicklungshilfe letzte Ausgabe). Der oö. Landtag hat in einer Resolution an die Bundesregierung einstimmig die Anhebung des finanziellen Beitrags Österreichs zur Entwicklungszusammenarbeit bis zum Jahr 2010 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gefordert.