Ausgabe: 2005/22, Frühjahrssymposium, Vöcklabruck, Petzold, Heim
01.06.2005
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Beim Franziskanischen Frühjahrssymposium 2005 in Vöcklabuck stand die Würde der Menschen in Alten- und Pflegeheimen im Mittelpunkt der Diskussionen. „Heime sind keine natürlichen Lebensräume, denn Menschen leben normalerweise in emotionalen Nahräumen wie der Familie“, erklärte der Referent Prof. Hilarion Petzold: „Emotionale Nahräume sind Medikamente für Ältere“. Daher, so Petzold: Ein Heim mit Qualität muss familiäre Verhältnisse schaffen. Es genügt nicht für Heimbewohner, geliebt zu werden, sondern sie müssen auch lieben können. „Als älterer Mensch muss man lieben dürfen“, fordert der Therapeut. Die liebevolle Zuwendung muss wechselseitig sein. Vielfach ist man in Heimen immer noch zu stark fixiert, ältere Menschen nur liebevoll zu betreuen. Petzold schlägt daher vor, dass sich die Alten- und Pflegeheime verstärkt für Angehörige öffnen müssen und dass die Häuser auch räumlich mit anderen Institutionen zusammenrücken: zum Beispiel mit Kindergärten. Kinder seien „echte Verjünger“ für Ältere. Auch die Mitgestaltung der Heime sollte sowohl für Bewohner als auch für Betreuer möglich sein.