Das OÖ Rote Kreuz zieht eine eindrucksvolle Bilanz aus dem Jahr 2004
Ausgabe: 2005/25, Rotes Kreuz, Katastrophenübung, Ätna, Vulkan, Klima
21.06.2005
- Christian Ortner
Die Zahl der Freiwilligen ist angestiegen, heimische und internationale Einsätze waren vorbildlich – so wie die große Katastrophenübung am vergangenen Wochenende.
Der sizilianische Vulkan Ätna ist ausgebrochen. Ungeheure Massen an Asche sowie eine ungünstige Wetterlage haben verheerende klimatische Auswirkungen auf Österreich. Betroffen ist besonders der Großraum Wels: In Folge von Stürmen und Gewittern kommt es zu Massenkarambolagen, Bränden und Stromausfällen. Die Trinkwasserversorgung ist lahm gelegt. Zudem droht eine Terrorgruppe mit Anschlägen mittels biologischer oder chemischer Waffen. Was sich liest wie ein hollywoodreifes Drehbuch, ist das Szenario der „Zeus 2005“, der größten Katastrophenübung der Geschichte in Oberösterreich. Mit 1500 Teilnehmern aus 12 Einsatzorganisationen und Behörden und 250 Einsatzfahrzeugen ist sie vergangenes Wochenende über die Bühne gegangen. Organisiert hat die „Zeus 2005“ das Landesrettungskommando des OÖ Roten Kreuzes (OÖRK).
Dessen Präsident, Leo Pallwein-Prettner zog indes Bilanz über die Leistungen des OÖRK im Jahr 2004. Dabei betonte er den österreichweit einzigartigen Zuwachs an Freiwilligen. Knapp 14.000 sind es, die unentgeltlich retten, betreuen und trösten – und im Vorjahr dafür 2,6 Mio. Stunden aufwendeten. Vorbildlich verliefen die internationalen Katastropheneinsätze nach dem Erdbeben in Bam (Iran) und dem Tsunami in Südostasien. Verbessert wurde die Notfallseelsorge: In allen Gemeinden gibt es ausgebildete Seelsorger, die in Kriseninterventionsteams (KIT) psychologische erste Hilfe für Betroffene leisten. Für OÖRK-Mitarbeiter gibt es mit der Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen (SVE) die Möglichkeit zur Aufarbeitung von bedrückenden Ereignissen.