Konflikt im Asylwerber-Quartier ist verständlich, aber derzeit nicht lösbar
Ausgabe: 2005/33, tschetschenische Flüchtlinge, St. Nikola, Greinöcker, Asylwerber
17.08.2005
- Ernst Gansinger
Tschetschenische Flüchtlinge, die in einer Pension in St. Nikola a. D. untergebracht sind, protestieren vor dem Bundesasylamt in Linz für eine andere Unterbringungsart. Sie wollen erreichen, in ein Selbstversorgungsquartier zu kommen. Mag. Barbara Greinöcker von der Flüchtlingsbetreuung der Caritas – die Caritas führt zwar nicht das betreffende Quartier, betreut aber die Bewohner/innen – beschreibt das Dilemma: Einerseits ist es für Tschetschenen aus ihrem kulturellen Verständnis heraus ein hoher Wert, sich selbst verpflegen zu können und nicht auf andere angewiesen zu sein. Andererseits gibt es derzeit keine freien Plätze in Selbstversorgungsquartieren.
Grundsätzlich bestehen drei Möglichkeiten, wie Asylwerber in unserem Land untergebracht sind: in Pensionen/Gasthäusern, wo sie auch die Mahlzeiten bekommen, oder in Selbstversorgerquartieren, in denen sie selber kochen, oder privat. Die Kostenersätze sind jeweils unterschiedlich. Das Land Oberösterreich tut sehr viel, die Situation in den Pensionen zu verbessern, sagt Mag. Greinöcker. Es gebe zu wenig Selbstversorgungsquartiere. Den Wünschen zu entsprechen sei ein mühsamer Prozess, der auch die Möglichkeiten der betreuenden Organisationen sprenge.