Vor 60 Jahren, am 12. August 1945, starb im Sanatorium der Barmherzigen Schwestern in Planegg bei München Karl Leisner. Fünf Jahre verbrachte er im KZ Dachau; nur wenige Monate nach der Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Armee starb der 29-Jährige an seiner schweren Lungenkrankheit. Leisner war der Einzige, der in einem KZ der Nazis heimlich zum Priester geweiht wurde. 1996 wurde er für sein Zeugnis des Widerstandes und für seine gelebte Solidarität im KZ-Alltag selig gesprochen. Am Freitag gedachte die Erzdiözese München seiner. Karl Leisner ist eigentlich Westfale. 1939 wurde er von Bischof Clemens A. von Galen, den der Volksmund wegen seines Widerstands gegen die Nationalsozialisten und deren Euthanasieprogramm den „Löwen von Münster“ nannte, zum Diakon geweiht.
Auch Leisner war ein entschiedener Gegner des NS-Regimes. Als er das Misslingen des Attentatsversuchs auf Hitler in München (8. 11. 1939) offen bedauerte, wurde er denunziert und festgenommen. In der Lagerkapelle im „Priesterblock“ des KZ Dachau wurde er am 17. Dezember 1944 vom französischen Bischof Gabriel Piquet geheim zum Priester geweiht. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1944 feierte der bereits Sterbenskranke seine erste und einzige Messe.