Ausgabe: 2005/33, Für Sie gelesen, Ein Stück Heimat, Geboren in Lhasa,
18.08.2005
- Julia Alletsgruber
Viel wird über den Dalai Lama und Tibet geschrieben. Tibet aus Frauensicht, das zeigt Namgyal Lhamo Taklha in ihrer eindrucksvollen Autobiographie. „Geboren in Lhasa“ schildert die Tibeterin, die mit einem Bruder des vierzehnten Dalai Lama verheiratet ist, ihren lebenslangen Einsatz für die tibetische Sache. Von der behüteten Kindheit in Lhasa vor dem Einmarsch der Chinesen über die Jahre in Indien, der Schweiz und den USA bis zu ihrer Arbeit für die tibetische Exilregierung in Indien erzählt uns die Buddhistin Stationen ihres Lebens. Gleichzeitig bringt die Autorin dem Leser mit vielen liebevollen Details tibetische Kultur und Religion näher. Als sie 1942 in Lhasa als Mitglied der Hocharistokratie geboren wurde, war der Gottesstaat im Himalaya von außen abgeschirmt und weitgehend autark. Im Exil lernte die Schwägerin seiner Heiligkeit somit eine völlig neue Welt kennen, an die sie sich erst anpassen musste. Taklhas Wunsch ist es, mit ihrer Geschichte der jungen, im Exil geborenen Generation von Tibetern ein Stück Heimat zu vermitteln. Außerdem hat sie die Hoffnung nicht aufgegeben, die Chinesen eines Tages zum Rückzug aus Tibet zu bewegen. Dieses Buch ist somit auch ein Stück gewaltfreier Widerstand gegen die Besatzungsmacht.
Namgyal Lhamo Taklha, Geboren in Lhasa, Nymphenburger, 368 Seiten, e 20,50.