- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Julia Alletsgruber / Katharina Grantl
Eine Alternative zum bestehenden Netzwerk an sozialen Diensten bietet Frau Baumann mit ihrem MOBISO im Raum Perg an.
Seit sich Gerti Baumann im Frühjahr 2004 mit ihrem Mobilen Sozialservice selbstständig gemacht hat, kann sie nur Positives berichten. „Mein Angebot unterscheidet sich etwa von dem der Volkshilfe oder des Roten Kreuzes dadurch, dass ich spontan, unbürokratisch und individuell einspringen kann. Das heisst, dass ich auch kurzfristig zur Stelle bin.“ Ihre Kunden wissen das durchaus zu schätzen, und so kommt das MOBISO in der Bevölkerung bisher sehr gut an.
Frau Baumanns Service ist an Menschen von Null bis 100 Jahren gerichtet und hat zum Ziel, Selbstbestimmung zu fördern und Abhängigkeit zu verringern. Ihr Angebot beinhaltet unter anderem das Erledigen von Amtswegen, Absprache mit dem Hausarzt, Beratung, Begleitung bei Arztbesuchen, Besuchsdienste und Kompetenztraining. Zu ihrer Zielgruppe gehören Kinder, Jugendliche und Senior/innen beziehungsweise Menschen, die einen Schlaganfall oder eine schwere Verletzung erlitten haben und daher auf Hilfe angewiesen sind.
Auf diesem Wege pflegende Angehörige zu entlasten und ihnen etwas mehr Freizeit zu ermöglichen ist das Hauptanliegen der diplomierten Behindertenpädagogin, die auch Erfahrung als Altenfachbetreuerin hat. Gerti Baumann ist zudem als Mediatorin zur Vermittlung bei Konflikten tätig, und seit Juli 2005 bietet sie auch Unterstützung und Betreuung von Alzheimerpatienten an.
Mit dem bestehenden Netzwerk an sozialen Diensten könne sie preislich nicht mithalten. Da sich Frau Baumann aber völlig nach den Patienten richtet und die Leute sehen, dass es ihren Angehörigen mit dieser Form der Betreuung gut geht, hat sie dennoch schon einige „Stammkunden“. Leider fällt es vielen Menschen noch schwer, Hilfe anzunehmen. „Ein Großteil der Leute hat ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihre plegebedürftigen Angehörigen nicht selber versorgen. Dabei haben die meisten dringend etwas Erholung nötig“, so Baumann.
Für sie selbst rentiert sich das MOBISO finanziell nicht, wenn es für die Kunden leistbar bleiben soll. So sind etwa zwei Drittel des von Gerti Baumann angebotenen Services ein „Liebesdienst“, den sie ohne die Unterstützung ihres Mannes nicht erweisen könnte. Dafür bringt ihr diese Arbeit Erfüllung, wie sie sie in keinem anderen Job finden würde.
info
Information und Beratung: MOBIS0, Gerti Baumann, 4320 Perg, Herrenstraße 6, erreichbar unter der Tel. Nr. 07262/575 11 23 (Mo-Sa 8 bis 18 Uhr) oder 0664/251 91 03 (Mo-Fr 8 bis 10 Uhr).