Ausgabe: 2005/35, Brasilien, Christian Mayr, Gefangenenseelsorge
31.08.2005
- Josef Wallner
Der aus Enns stammende Priester Christian Mayr ist in der brasilianischen Stadt Barreiras in der Gefangenenseelsorge engagiert. Nun wurde er zum Vorsitzenden des „Bezirksrates für Gefängnisangelegenheiten“ gewählt. Die Wahl ist eine Anerkennung seiner Kompetenz und ein Zeichen des Vertrauens.
Pfarrer Mayr und seine Mitarbeiter besuchen wöchentlich die Gefangenen, die unter unvorstellbaren Bedingungen leben. In Zellen mit zehn Quadratmetern zum Beispiel sind zehn Häftlinge gepfercht, was wiederum neue Gewalttaten hervorbringt. Erst kürzlich wurde ein Mann von den eigenen Mithäftlingen zu Tode geprügelt.
Der Rat gibt Pfarrer Mayr nun mehr Möglichkeiten, als er bisher als Seelsorger hatte, sich für dringend notwendige Reformen in der Justizanstalt einzusetzen. So werden monatlich Gefangene interviewt und Berichte an Richter und Behörden geschickt. Als ersten Schritt wird der Rat das Essen prüfen, das völlig unzureichend ist: morgens und abends zwei Scheiben Brot mit ein wenig Margarine, mittags lauwarmes Kantinenessen. Viele Häftlinge wurden auch nach Monaten noch nicht vom Richter einvernommen.