Bei einem Treffen mit den Ordensoberinnen betonte der zukünftige Bischof die Wichtigkeit der Frauenorden. Die Anzahl der Ordensschwestern sinkt unterdessen stetig.
„Die weiblichen und männlichen Ordensleute sind die liebsten Mitarbeiterinnen des Bischofs.“ Das sagte der zukünftige Linzer Bischof Ludwig Schwarz, der am 18. September sein Amt übernehmen wird (siehe unten), bei einem ersten Zusammtreffen mit den Oberinnen der oberösterreichischen Ordensgemeinschaften. Nach dem Treffen mit den Äbten in St. Florian vor wenigen Wochen galt sein Besuch im Krankenhaus der Elisabethinen vergangene Woche den weiblichen Ordensleiterinnen. Der Bischof betonte die Wichtigkeit der Schwestern im Bezug auf die Nachfolge Jesu und verglich deren Wirken mit jenem Marias. „Die weiblichen Ordensleute sind berufen, für das Heil der Seele zu sorgen“, erläuterte er und bezeichnete sie als „Segen für die Glaubensgemeinde“.
Nur 1.065 Ordensfrauen
Die Situation der Frauenorden in Oberösterreich ist derzeit allerdings alles andere als einfach. Seit 1952 sinkt die Zahl der Frauen, die in einem Orden leben, beständig. Waren es damals noch 3.268, weist die offizielle Statistik der Diözese Linz im heurigen Jahr nur mehr 1.065 Ordensfrauen auf. Für die Generaloberin der Franziskanerinnen in Vöcklabruck, Sr. Dr. Kunigunde Fürst, hat diese Entwicklung mehrere Ursachen. Sie macht unter anderem den Mangel an Gemeinschaftssinn und die Karrieremöglichkeiten der Frauen von heute verantwortlich. Zudem liegen viele Sozialberufe, die früher nur über Ordensgemeinschaften erreicht werden konnten, jetzt im Privatbereich. „Berufungen sind nicht machbar“, ist sich Sr. Kunigunde bewusst. Mit Hilfe von Angeboten wie dem „Kloster auf Zeit“ oder der Verwendung des Internet könne man das Ordensleben dennoch attraktiv gestalten. Beim Treffen mit den Ordens-oberinnen bezeichnete Bischof Schwarz den Gehorsam als das wichtigste Gelübde. Dass dies für junge Frauen ein Hindernis darstelle, in einen Orden einzutreten, glaubt die Generalrätin der Benediktinerinnen in Steinerkirchen, Sr. Marta Bayer, nicht. Die 38-Jährige hält die Ordensstruktur für „ein sinnvolles, kluges Modell“. Gehorsam werde heutzutage anders verstanden, die Struktur sei nicht mehr undemokratisch. Sr. Marta sieht zudem die „erstaunliche Tendenz, dass strenge, kontemplative Gemeinschaften derzeit mehr Zulauf haben“. Einen Verlust an Spiritualität, etwa in Ordensspitälern, gibt es laut der Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel, Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl, trotz der immer weniger werdenden Ordensfrauen nicht. Sie betont die Wichtigkeit der Mitarbeiterpastoral in Schulen und Krankenhäusern. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass viele pensionierte Ordensschwestern, die in der Statistik nicht vorkommen, immer noch ehrenamtliche Dienste leisten.
Einladung
„In Freude dienen“
„Ich komme mit Freude nach Linz und ich freue mich, wenn viele bei der Feier der Amtsübernahme im Mariendom dabei sind“, sagt Bischof Ludwig Schwarz anlässlich der Feier der Amtsübernahme. Diese findet am Sonntag, 18. September um 16 Uhr im Mariendom statt. Der zukünftige Linzer Diözesanbischof wird beim Turmportal des Domes vom Metropolit Kardinal Christoph Schönborn willkommen geheißen. Nach dem Einzug wird das Ernennungsdekret verlesen. Das Domkapitel, Bischof M. Aichern und die Katholische Aktion laden alle Gläubigen ein mitzufeiern.
So., 18. September, 16 Uhr, Mariendom: Eucharistiefeier und Agape.