Am 23. Oktober wurde er gefeiert – der 200. Geburtstag Adalbert Stifters. An vielen Orten und am Geburtsort selbst natürlich, in Horni Plana, dem Ort, der auch im deutschen Namen Oberplan seine slawische Verwandtschaft nicht verbergen kann. „Plan“ ist ein Lehnwort aus dem Slawischen und meint die Ebene.Da kam man also an diesem Gedenktag vielfach zusammen, um erneut Stifter zu würdigen und seine Aktualität für die heutige Zeit zu bekunden. Es dürften sehr viele Kilometer gewesen sein, die an diesem Wochenende Stifter zu Ehren abgespult wurden – in Autos.Besser in Stifter hineinfühlen haben sich jene können, die zu Fuß unterwegs waren. Die Fußgeschwindigkeit – oder bestenfalls die eines langsam dahinziehenden Pferdes – ist die Geschwindigkeit, in der sich Stifters Geschichten ereignen. Nur der Fußweg erlaubt den Blick ins Detail, schenkt dem Wald seinen Geruch – und es muss nicht der Böhmerwald sein. Eine Anregung – eine Anstifterung – für die Zeit nach dem Stifterjahr: Doch öfter unterwegs sein, wie Stifter es war: zu Fuß! Das wäre ein Heilmittel gegen die nervöse Hektik, die die Welt nur durch die Windschutzscheibe oder im Rückspiegel betrachtet.