Auch eine Woche nach dem dramatischen Zwischenfall bei einem Medikamententest in England schwebten zwei der sechs Männer weiter in Lebensgefahr. Bei allen noch offenen Fragen ist zweierlei festzuhalten: Es war ein grober Fehler, dass die EU die Kontrolle über Medikamentenversuche vom Gesundheits- in den Wirtschaftsbereich verlagert hat. Und es ist kein Zufall, dass in England „getestet“ wurde. Dort geht man damit am freizügigsten um – auch bei den Experimenten mit embryonalen Stammzellen. Die EU sollte sich das als Warnung zu Herzen nehmen (s. Artikel über Embryonenforschung).
Hans Baumgartner
Pensionskürzungen für Kinderlose?
Damit das deutsche Renten-system nicht ins Wanken gerät, sollen Kinderlose bis zu 50 Prozent weniger Pension erhalten. Diese Forderungen haben auch in Österreich für Diskussionen gesorgt. Liegt es wirklich an den kinderlosen Frauen und Familien, dass die zukünftigen Renten in Gefahr sind, oder hat es nicht auch mit einer feigen, wenig vorausschauenden Politik zu tun? Frauen ohne Kinder, oft auch ungewollt, so zu bestrafen, ist ungerecht. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Kinderlose meistens fest im Berufsleben stehen, hohe Steuern und Sozialabgaben zahlen und somit auch die Pensionen mitfinanzieren. Länder wie Schweden zeigen, dass man nicht mit der Pensionskeule, sehr wohl aber mit einer partnerschaftlich orientierten Familienpolitik und gezielten Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Mut zu mehr Kindern stärken kann.