Die Christen und die Kirchen sind aus den Erfahrungen der Geschichte gefordert, das Existenzrecht des Staates Israel anzuerkennen und nach Kräften dafür einzutreten: Das betont der österreichische „Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ aus Anlass des 60-Jahr-Jubiläums des Staates Israel.
Positive Würdigung. Viele Kirchen haben sich zu einer Abkehr von allen theologischen Traditionen der Judenfeindschaft bekannt und den Antisemitismus als Sünde verurteilt, erinnert der Koordinierungsausschuss: „Für uns ist eine unabdingbare Konsequenz daraus die positive Würdigung des Staates Israel, der einer der Eckpfeiler jüdischen Selbstverständnisses ist“. Die Dialogplattform erinnert aber auch an die in der Region des Nahen Ostens bisher noch nicht gelösten Probleme. Diese seien der Status und die Lebensumstände der Palästinenser in arabischen Ländern, die Situation der arabischen Bevölkerung in Israel sowie die seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 von Israel besetzten Gebiete. Ein „gerechter Friede“ sei ein Gebot der Stunde. Diese ungelösten Probleme berechtigten Christen aber „nicht zu einer grundsätzlich ablehnenden Haltung gegenüber dem Staat Israel“. Die Christen und die Kirchen müssten nicht nur das Existenzrecht des Staates Israel anerkennen, sondern auch nach Kräften dafür eintreten. Dazu seien sie „aus den Erfahrungen der Geschichte gefordert“.
Gerechter Friede. Auch das Dilemma der arabischen Christen im Blick auf Israel wird u. a. thematisiert. Dazu heißt es: „Wir sind uns bewusst, dass eine positive Würdigung des Staates Israel durch arabische Christinnen und Christen heute aufgrund der konkreten Situation und politischer Spannungen nur unter Schwierigkeiten möglich ist. Ein gerechter Frieden sollte umso dringlicher ein Gebot der Stunde sein. Dieser besitzt nicht nur die alltägliche Dimension des Wohlergehens für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Landes, sondern hat eine zutiefst spirituelle Komponente. Nur so können die biblischen Verheißungen, die für Juden, Christen, ja letztlich alle Menschen gleichermaßen gelten, ihre tatsächlich Leben stiftende Kraft entfalten“.