Am 1. Juni feiert die Aktion Leben zum 30. Mal den Tag des Lebens. Hemma Schöffmann erzählt aus der Beratung.
Barbara hat ihr Studium positiv abgeschlossen und ein Auslandsjahr geplant. Als sie plötzlich schwanger wird, gerät sie in eine Krise. Soll sie das Kind bekommen und die Zukunftsplanung aufgeben? Nach Abschluss des Studiums ist Barbara nicht mehr krankenversichert und als Schwangere bekommt sie keinen Job. Wie kann die Geburt finanziert werden? Hilfe bietet in solchen Situationen die Aktion Leben.
Vorurteilsfrei. „In der Beratung ist für uns wichtig zu eruieren: Was braucht die Schwangere, damit es ihr unter den gegebenen Umständen halbwegs gut geht? Das erleben viele Frauen als sehr wohltuend und hilfreich, weil ihnen vorurteilsfrei begegnet wird und es um ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse geht“, sagt Hemma Schöffmann, Ehe- und Familienberaterin und Leiterin der Aktion Leben Salzburg. Im Fall der Studentin Barbara müsse vor allem geklärt werden, wie ihr Lebensunterhalt finanziert werden kann. „Das bedeutet zunächst einmal den Gang zum Sozialamt. Dabei stehen wir zur Seite“, so die Expertin.
Fehlende Mittel. In 70 Prozent der Beratungen ist zu wenig Geld das Thema. Damit zusammen hängen Überforderung, Beziehungsprobleme und psychische Beschwerden. Die erste große Hilfe für Schwangere in Krisen bestehe darin, erst einmal zu ordnen. „Wir erleben immer mehr Fälle, wo nicht nur ein Problem vorhanden ist, sondern es sind vielmehr miteinander verwirkte schwierige Zusammenhänge“, erklärt Schöffmann.
Pränatale Diagnostik. Ein Schwerpunkt von Aktion Leben ist die Beratung rund um die pränatale Diagnostik (Anm.: vorgeburtliche Untersuchungen). Hemma Schöffmann befasst sich seit 15 Jahren mit dieser konfliktbeladenen Thematik. „Unser Anliegen ist, Eltern den Druck zu nehmen, dass sie quasi verpflichtet sind, nur Qualitätskinder in die Welt zu setzen. Dabei hilft oft der Erfahrungsaustausch mit betroffenen Familien.“
Tag des Lebens
Im Mai 1977 hat der Nationalrat das Volksbegehren gegen die Einführung der Fristenregelung abgelehnt. Engagierte Christen gründeten daraufhin den überkonfessionellen Verein „Aktion Leben“. Seine Ziele sind: Hilfe für Schwangere in Not und Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würdejedes menschlichen Lebens. 1978 wurde erstmals zum „Tag des Lebens“ aufgerufen.