Wer gewinnt? Wer verliert? Das werden in knapp zwei Wochen häufig gestellte Fragen sein – sobald der Ball bei der Fußball-Europameisterschaft ins Rollen gekommen ist. Nicht alles ist dem Spiel um Gewinnen und Verlieren unterworfen. In der im Moment geführten Auseinandersetzung um das Verbot der Laientaufe kann es nicht darum gehen, wer sich gegen eine jeweils andere Seite durchsetzt. Ein erster Schritt ist das Bemühen um ein Verstehen der jeweils anderen Seite. Die Sorge um die Pastoral steht nicht gegen die Sorge um die Autorität und Einheit der Weltkirche. Wäre es so, so würde etwas nicht stimmen. In der Kirche ist „Menschlichkeit“ immer groß geschrieben. Wie man von einem Innenminister erwartet, dass er etwa in der Asylfrage auf die gesetzlichen Bestimmungen achtet, so erwartet man von ihm doch auch die Berücksichtigung von humanitären Gesichtspunkten. Begründete Ausnahmen vom Regelfall also – um der Menschlichkeit willen. Kann Ähnliches nicht auch in innerkirchlichen Fragen gelten? Die Mehrheit im Kirchenvolk will hier keine Sieger und Verlierer sehen. Sie will ein Miteinander – die Diözese Linz und ihr Bischof.