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Übergeben heißt überlassen

Einen Besitz gut zu übergeben, heißt, ihn auch gefühlsmäßig loszulassen
Ausgabe: 2008/22, Übergeben, Harant, Besitz, Gespräch, Eltern, Kinder, Generationen
28.05.2008
- Mag. Franz Harant
Schluesseluebergabe [ (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG,URHEBERVERMERK und den AGBs auf bilderbox.com](in an im auf aus als and beim mit einer einem eines *
Schluesseluebergabe [ (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG,URHEBERVERMERK und den AGBs auf bilderbox.com](in an im auf aus als and beim mit einer einem eines *
© www.BilderBox.com


Aus der Praxis: Anfang des Jahres haben Hans und Aloisia ihren landwirtschaftlichen Betrieb ihrem Sohn und dessen Frau übergeben. Sie sind in das Auszugshaus gezogen.
Vor gut zwei Jahren haben sie im Wohngebäude des Bauernhofes noch einige Dinge erneuert – ein paar Fenster, den Stiegenaufgang und im Schlafzimmer den Boden. „Damit es die Jungen, die voriges Jahr geheiratet haben, einmal schöner haben,“ wie sie meinten. Sie waren überzeugt davon, damit ganz im Sinne der Jungen zu handeln. Aloisia und Hans erinnern sich doch noch so gut daran, in welchem Zustand sie selbst vor Jahrzehnten den Hof übernommen haben und was sie alles zu investieren hatten.
Nun aber tut es ihnen sehr weh, dass die Hofübernehmer „alles umdrehen“, weil sie den Hausstock total neu gestalten möchten. Die Baustelle ist schon eröffnet.



Einen Besitz gut zu übergeben, bedeutet, ihn wirklich loszulassen, den Nachfolgenden ganz zu überlassen.

Übergeben ist also mehr als eine formale und rechtliche Sache, die vor dem Notar geschieht und auf dem Papier steht. Es braucht auch das emotionale Loslassen, das schmerzlich sein kann.

Gut gemeint. Hans und Aloisia haben es gut gemeint, als sie vor der Hofübergabe dieErneuerungen vorgenommen hatten. Siehaben aber versäumt, mit dem Sohn und der zukünftigen Schwiegertochter dieses Vorhaben zu besprechen. Die Jungen haben ihrerseits ihre Umbaupläne zurückbehalten.

Gespräch suchen. Das Reden und Ausreden war in dieser Familie immer schon schwierig. Diese jetzige Umbruchsituation im wörtlichen und übertragenen Sinn wäre eine Chance, das Gespräch neu zu suchen, vielleicht sogar erst zu lernen. So könnten in Zukunft mögliche Enttäuschungen zumindest in Schranken gehalten werden.

Auch „anderes“ kann richtig sein. DieErinnerung an die eigenen Anfangszeiten könnten Hans und Aloisia offen werden lassen für den Veränderungswillen der Jungen. Auch sie haben damals die für sie notwendigen Veränderungen vorgenommen, haben es sich nach ihren Vorstellungen gerichtet. Jede Generation macht es anders und macht es für sich richtig. Es gibt so viele „Richtigkeiten“.
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