Ich möchte den Leuten ein Bild der eigenen Geschichte – das ist die christliche Religion – präsentieren. Nachdenken müssen sie selber. Bei den Rainbacher Evangelienspielen bringt er heuer die Passion Christi auf die Bühne.
Theologie ist eine wandelbare Wissenschaft, sagt Friedrich Zauner. Also bringt er Bilder auf die Bühne – möglichst ursprünglich, möglichst nahe den Ursprungstexten. „Wenn ich die Wurzeln unserer Kultur betrachte, so liegen diese doch eher in der Bibel als bei den Mythen der Griechen und bei Zeus,“ meint Zauner. Den Stoff, aus dem Theater besteht – Sehnsucht, Mythos, eben Religion, will er nicht in fremde Religionen der Antike kleiden, sondern in die eigene. Und das ist die seiner Herkunft und Gegend, in diesem Fall Rainbach bei Schärding. Dass die Leitgestalt einer ist, der die „Bühne” im Tod verlässt, gibt es in den antiken Mythen nicht. Die Helden sind dort Sieger.Die „Passion“, die heuer zur Aufführung kommt, fängt dort an, wo die Evangelienspiele des Vorjahres aufgehört haben: mit der Gefangennahme Jesu. Das Spiel zeigt vor allem das Dilemma des Pilatus: „... einen Gott schützen, der vielleicht keiner ist, odereinen Narren verurteilen, der ein Gott sein könnte ...?“ Jesus kommt in diesem Teil der Passion fast nicht mehr zu Wort. „Es ist alles gesagt. Die Passion selbst war nicht nur ein religiöses, sondern auch ein politisch brisantes Ereignis. Doch Zauner will daraus kein politisches Theaterstück machen. Theater stellt Fragen. Antworten müssen die Zuschauer selber finden.
- Aufführungsdaten:12./13./15./20./21./22. Juni 2008 um 20.00 Uhr14./15. und 21./22. Juni 2008 um 16.00 Uhr.Karten, Info: 07716/80 28