Ausgabe: 2008/23, Kopf der Woche, Seele, Heiligenkreuz, Chant, Music for Paradise, P. Simeon Wester, Chor, CD, Musik, Choral
04.06.2008
- Hans Baumgartner
Vergangene Woche schaffte die CD „CHANT – Music for Paradise“ mit Chorälen aus dem Stift Heiligenkreuz den Sprung in die Top 10 der englischen Charts.
„Ins Paradies mögen Engel dich geleiten“, singen die Mönche, wenn sie einen Mitbruder zu Grabe tragen. Dreimal ist das heuer im Frühjahr im Stift Heiligenkreuz passiert. „Das hat doch auf das Leben im Konvent ziemlich abgefärbt“, sagt P. Simeon Wester. Und es war ein Grund, warum der Kantor und Stiftsorganist der Zisterzienser von Heiligenkreuz die Totenmesse als Hauptteil für ein CD-Projekt von Universal Music vorgeschlagen hat. „Zudem kommt, dass diese Messe zum Schönsten gehört, was es im gregorianischen Choral gibt. Es bewegt zutiefst, wie besonders die Zwischengesänge durch ihre österliche Musik die Hoffnung des Glaubens zum Ausdruck bringen“, meint P. Simeon.
Ein Ganzes. Musik begleitet den geborenen Rheinländer Simeon Wester seit früher Kindheit. Er lernte Klavier, Orgel und Posaune. Mit 15 Jahren erhielt er seine erste Organistenstelle. Er studierte in Mainz und Köln Chorleitung, Gesangspädagogik und Kirchenmusik und war seit seinem 20. Lebensjahr als Kirchenmusiker in der Erzdiözese Köln tätig. „Als ich 35 war“, sagt P. Simeon recht nüchtern, „kam die Berufung. Eigentlich wollte ich heiraten und es war ziemlich heftig, einen geliebten Menschen zu verlassen, um dem Ruf Gottes zu folgen.“ Im Herbst 2000 kam er ins Stift Heiligenkreuz – und blieb. Der Choralgesang ist für P. Simeon etwas, das zur klösterlichen Lebensform besonders gut passt. Viele Einzelpersönlichkeiten bilden im mehrmaligen täglichen Singen ein gemeinsames Ganzes. „Man kann es an unserem Gesang hören, wie es uns im Konvent gerade geht.“
P. Mag. Simeon Wester: „Der Choral ist für mich etwas ganz Besonderes. Da geht es nicht in erster Linie darum, möglichst perfekt zu singen. Choral, das ist zuerst Gebet, mit Leib und Seele dargebrachtes Lob Gottes. Das haben wir auch versucht, in unserer CD hinüberzubringen.“