Von einer „humanitären Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes“ in Myanmar/Burma berichtet eine soeben aus dem Katastrophengebiet nach Österreich zurückgekehrte Mitarbeiterin der österreichischen Caritas. „Es fehlt überall am Nötigsten. Jedes Päckchen Salz, jeder Sack Reis, jeder Liter Speiseöl hat existenzielle Bedeutung“, erzählt die Caritas-Beraterin, deren Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden kann.
Katastrophale Situation. Vier Wochen nach dem Zyklon sei die Situation der betroffenen Bevölkerung schlimmer denn je. „Im am stärksten vom Sturm betroffenen Irrawaddy-Delta, wo bisher kaum Hilfe hinkommt, sind nach wie vor menschliche Leichen und zahllose Tierkadaver nicht geborgen“, so die Caritas-Mitarbeiterin. Auch an den Ufern der Gewässer, aus denen die Menschen ihr Wasser für den täglichen Bedarf schöpfen müssen, würden sie in der tropischen Hitze verwesen. Die Brunnen und Teiche seien mit Salzwasser verunreinigt und als Quelle für Trinkwasser unbrauchbar geworden. „Die Überlebenden sind fast vollkommen auf sich selbst gestellt. Es gibt keine sichtbare, von den Behörden organisierte Hilfe. Obdachlos gewordene Menschen suchen Zuflucht in den buddhistischen Klöstern, wo die ebenfalls von der Katastrophe betroffenen Mönche sich nach Kräften bemühen, mittels Spenden für das Überlebensnotwendige zu sorgen“, so die Expertin.
Hilfe kommt an. In Burma, das bereits vor der Katastrophe eines der ärmsten Länder Asiens war, seien nach dem verheerenden Wirbelsturm viele Menschen vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Dementsprechend bietet sich den Helfern der lokalen Caritas-Partnerorganisation, die in diese Regionen vordringen, ein „Bild des Schreckens“. Es gebe auch keine ausreichende gesundheitliche Versorgung, vielfach blieben auch schwerste Verletzungen unbehandelt. Trotz der schwierigen Umstände versorgten die burmesischen Partnerorganisationen der Caritas auch mit Hilfe aus Österreich bereits knapp 200.000 Katastrophenopfer mit Essen, Wasser und Hygienepaketen.